Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Nachbarn 11/2019

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12 UNTERWEGS IN DER

12 UNTERWEGS IN DER NACHBARSCHAFT Selchows Pferdeversteherin Bereits ein Blick auf das Ortswappen verrät die große Verbundenheit zu den beliebten Vierbeinern. „Es gab hier schon immer mehr Pferde als Einwohner“, sagt Annedore Verworner vom ortsansässigen Reit- und Fahrverein Selchow augenzwinkernd. Sie muss es wissen: Seit 50 Jahren fest im Sattel, kann man sie getrost als Pferdeversteherin bezeichnen. Bewegtes Berufsleben Die heute 70-jährige Verworner ist waschechte Berlinerin. Als Nachkriegskind im zerbombten Schöneberg geboren und aufgewachsen, tritt sie zunächst in die Fußstapfen des Vaters und entscheidet sich frühzeitig für eine Lehre zur Bankkauffrau. „Der Filialleiter hat mir aber damals das Leben zur Hölle gemacht, weswegen ich mich früh nach etwas Anderem umgesehen hatte.“ Durch einen Kunden der Bank führte sie ihr Weg schließlich zu einer Holzhandlung nach Tempelhof, bei der sie die kommenden 19 Jahren verbringen sollte. „Die Arbeit dort hat mir große Freude bereitet. Eigentlich war ich für die Büroarbeiten zuständig. Ab und zu habe ich aber auch Kanthölzer oder Leisten geschnitten und somit mein handwerkliches Geschick aufgebaut.“ Später folgten Stationen bei einer Elektro- und Heizungsfirma. „Mochten die Jobs auch noch so unterschiedlich sein, eine Konstante gab es bereits seit frühester Kindheit in meinem Leben: die Liebe zum Pferd.“ Seit ein paar Jahren ist „Eine Konstante gab es bereits seit frühester Kindheit in meinem Leben: die Liebe zum Pferd.“ Annedore Verworner, 1. Vorsitzende Reit- und Fahrverein Selchow Verworner nun im Ruhestand, die Beine legt sie jedoch keineswegs hoch. Zweite Heimat Pferdehof „Mein erstes Pferd habe ich mir mit 20 Jahren gekauft – Lagune, eine Holsteiner-Stute. Wahnsinn, 50 Jahre ist das nun her“, nicht ohne ein „Alt werden ist der einzige Weg lange zu leben“, in ihrer charmanten aber resoluten Art, hinterherzuschieben. Früher sei sie selber auch Turniere geritten, sagt sie, vor allem Dressur und Springen – allerdings auf unterem Niveau. Ihre Verbindung zum Reiterhof Selchow entstand eigentlich eher zufällig: „Als wir 1990 für 3 Wochen in den Mallorca-Urlaub aufbrechen wollten, habe ich händeringend einen Stellplatz für mein Pferd gesucht. Damals war ich im Rudower Reitverein aktiv. Dort gab es aber keine Weide und nur einen Stall mitten in der Stadt. Dank der Wiedervereinigung konnte man seine Pferde jetzt aber auch im benachbarten Selchow – also im Osten – auf die Weide stellen. So ist aus einer Übergangslösung ein festes Kapitel in meinem Leben geworden.“ Danach ging alles recht schnell: erst zweite, dann bald Vorsitzende des neugegründeten Reit- und Fahrvereins. „Das mache ich nun schon seit 1993. 70 Prozent meiner Zeit verbringe ich für den Verein, daneben kümmere ich mich noch um eine Hausverwaltung.“ Der Reiterhof blickt – genauso wie Verworner – auf eine bewegte Zeit zurück. Nachbarn 11/2019

Die Gravur auf einer der Feldsteinmauern der Stallungen verweist auf das Jahr 1816 – also ein Pferdestandort mit Tradition. „Unser Verein wurde nach der Wende aus den Volkseigenen Gütern herausgelöst.“ Der Zustand des Gutes war jedoch in keinem guten Zustand. „Strippe und Draht hält den ganzen Staat – war damals wirklich Programm“, erinnert sie sich an ihre Anfangs jahre. Verworner war es dann aber auch, die sich Anfang der 90er Jahre von ihren Eltern 20.000 DM lieh, um die Stallungen aus Ständerhaltungen zu richtigen Boxen umbauen zu lassen. Jahre später finanzierte sie auch die eigene Reithalle mit und stellte dem Verein dafür einen hohen zinslosen Kredit aus. Insgesamt umfasst das Reiterparadies im Schönefelder Ortsteil sechs Hektar Weideland und einen 4.000 Quadratmeter großen Reitplatz, umrahmt von Stallungen und Paddocks. Die 16 Pferdeboxen sind bis auf eine komplett gefüllt – die Nachfrage ist riesig, wie Verworner berichtet: „Die Warteliste ist lang. Wir haben allerdings keine Möglichkeit mehr, uns noch zu vergrößern.“ Eigentümer der Flächen, die direkt am BER-Flughafenzaun liegen, sind die Berliner Stadtgüter. Die Zügel fest in der Hand Trotz der vielen Jahre als Vereinsvorsitzende scheint Verworner noch keinerlei Anzeichen von Amtsmüdigkeit zu spüren. „Im nächsten Jahr finden die Neuwahlen bei uns statt. Wenn die Leute mich noch haben wollen, hänge ich noch mal eine dreijährige Periode ran. Zurzeit haben wir hier eine sehr harmonische Stallgemeinschaft. Unsere 2. Vorsitzende, Heike White (oben im Bild) und ich wünschen uns, dass das auch so bleibt. Und natürlich möchte ich auch gerne selbst wieder reiten“, ergänzt sie. Seitdem sie sich im vergangenen Jahr bei einem Spaziergang Arm und Ellbogen brach, saß sie noch nicht wieder im Sattel. Die Feria in Andalusien – genauer gesagt in Jerez – ist dabei ihr Ziel. „Seit 20 Jahren reite ich einmal im Jahr in Südspanien. Ich hoffe, auch im kommenden Jahr wieder dabei sein zu können.“ Getreu dem Motto der Pferdeversteherin. „Was immer auch werde, bleib treu dem Pferde.“ CF Nachbarn 11/2019

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