Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

Aufrufe
vor 7 Monaten

Nachbarn 09/20

Das Nachbarschaftsmagazin für die Flughafenregion.

2 AUF EIN WORT Liebe

2 AUF EIN WORT Liebe Nachbarinnen und Nachbarn! Die Anbindung des BER zu unseren Nachbarn war immer Gegenstand vieler Debatten. Umso mehr freue ich mich, dass vor kurzem ein neues Buskonzept für die Flughafenregion vorgestellt wurde. Seit Anfang August verbessern nun zwei Plusbus-Umland-Linien sowie ein Nachtbus die Erreichbarkeit des BER. Sicher werden in naher Zukunft auch einige unserer Auszubildenden diese attraktive Pend lermöglichkeit nutzen. Zum neuen Lehrjahr haben wir – trotz der anhaltend angespannten wirtschaftlichen Situation in Verbindung mit den eingebrochenen Passagierzahlen durch die Corona- Krise – vor kurzem 27 neue Auszubildende und dual Studierende bei der Flughafengesellschaft begrüßt. Diese BER-Generation erlebt zum einem noch den Flughafen Tegel mit und kann zum anderen aktiv den BER eröffnen. Dort sind wir übrigens in der finalen Phase vor der Inbetriebnahme angelangt: Im August haben wir das sogenannte Cleaning erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurden alle luftsicherheitsrelevanten Bereiche, also rund 970 Hektar Außenflächen und 280.000 Quadratmeter Terminalfläche, auf gefährliche oder verbotene Gegenstände durchsucht und im Anschluss von der zuständigen Behörde abgenommen. Wie Sie wissen, ist für uns ein sicherer Flugbetrieb oberste Prämisse. Die Bundespolizei mit ihren Sicherheitsdienstleistern ist dafür unerlässlich. Insofern ist die Fertigstellung des Dienstgebäudes der Bundespolizei für uns ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Inbetriebnahme des BER. Mit dem neuen Objekt erhalten die Bundespolizistinnen und Bundespolizisten ihr eigenes angemessenes Gebäude. Wie man sein Haus am besten vor Fluglärm schützt, war zentrales Thema beim letzten Schallschutztag vor der Inbetriebnahme, zu dem wir erneut viele Gäste willkommen heißen durften. Schallschutzchef Ralf Wagner und sein Team standen im DIALOG-FORUM für individuelle Fragen und Gespräche zur Verfügung. Leider zögern noch immer mehrere tausend Haushalte mit der Umsetzung der baulichen Maßnahmen, obwohl ihnen die erforderlichen Unterlagen seit längerer Zeit vorliegen. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 6 im Heft. Nie gezögert, die Natur zu erkunden, hat Norman Siehl, der Protagonist unserer Titelgeschichte. Als Kreiswegewart des Landkreises bringt er uns die Faszination der heimischen Wanderwege näher. Denn auch das ist eine schöne Facette der Flughafenregion. Neben all der Dynamik gibt es vielfache Oasen der Ruhe, die zum Verweilen und Entspannen einladen. Viel Freude bei der Lektüre und einen schönen Spätsommer wünscht Ihnen Ihr Engelbert Lütke Daldrup Nachbarn 09/2020

IN UNSERER REGION | POLITIK 3 Kornelia Wehlan Auch im wirtschaftlich stärksten Landkreis der neuen Länder hat die Corona-Krise lokale Unternehmen hart getroffen. Hat Ihr Landkreis ergänzend zu Bundes- und Landesförderungen eigene Programme aufgelegt, um die kommunale Wirtschaft zu stärken? Schauen wir kurz über die Kreisgrenze. Der Termin steht fest: Am 31. Oktober wird der BER seinen Betrieb aufnehmen. Als unmittelbarer Nachbar schauen Sie sicherlich mit Spannung nach Schönefeld. Wie steht es um Ihre Gefühlslage mit Blick auf diesen speziellen Tag für die Region? Der Landkreis Teltow-Fläming besticht durch seine Vielfalt an touristischen Möglichkeiten. Neben mittelalterlichen Zentren lädt vor allem die rund 230 Kilometer lange Flaeming-Skate zu Sport und Erholung ein. Wo zieht es Sie hin, wenn Sie den Lärm des Alltags hinter sich lassen wollen? Nein, das ist uns leider nicht möglich, denn auch der Landkreis hat Einnahmeausfälle, beispielsweise im kommunalen ÖPNV von gegenwärtig 1,4 Millionen Euro. Hinzu kommt, dass die Gesundheitsämter der Landkreise im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes in der Corona-Pandemie zusätzliche Aufgaben haben, die abzuleisten sind und die zusätzliche Kostenaufwendungen bedeuten. Soforthilfemaßnahmen des Bundes und des Landes sind zentral durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) und die Agentur für Arbeit gefördert und verwaltet worden. Damit konnte ein Flickenteppich verhindert und eine einheitliche landesweite Herangehensweise gesichert und schnell umgesetzt werden. Aufgabe des Landkreises Teltow-Fläming war und ist es in diesem Prozess vorrangig, als Bindeglied zwischen Unternehmen und Fördermittelgeber unterstützend tätig zu sein. Während der Corona-Krise gingen täglich zahlreiche Anfragen von Betroffenen und Unternehmen zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten ein. Das reichte von Soforthilfen über Möglichkeiten zum Kurzarbeitergeld oder Regelungen für polnische Grenzpendler bis hin zur Betreuung von Kindern in Kita und Schule, für systemrelevante Berufe und Unternehmen. Die meisten Belange konnten in Zusammenarbeit mit dem Corona-Krisenstab des Landkreises sowie mit den Netzwerkpartnern der ILB und WfBB geklärt werden. Das sind für uns im Landkreis Teltow- Fläming zwei Seiten einer Medaille: Lärmschutz und Wirtschaftskraft. Wichtig ist, dass die Menschen in Teltow-Fläming den BER nicht nur geräuschvoll hören, sondern ihn auch als „Wirtschaftsmaschine“ spüren. Um beides in Einklang zu bringen, engagieren wir uns gemeinsam mit anderen Landkreisen und Städten im Dialogforum. So haben wir beispielsweise 2019 mit unseren Nachbarlandkreisen LDS und PM an verschiedenen Projekten zum Thema Gewerbeflächenentwicklung für die direkten BER-Einzugsgebiete teilgenommen. In Teltow-Fläming profitieren vor allem die Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Rangsdorf, Großbeeren sowie die Städte Ludwigsfelde und Trebbin von der Wirtschaftskraft des BER. Gleichzeitig sollen auch die Kommunen aus der „2. Reihe“ für die Gewerbeflächenentwicklung sensibilisiert werden. Wir sehen darin eine große Chance für die Städte und Gemeinden entlang der Bundesstraße 101 so an den wirtschaftlich starken Norden anzuschließen. Neben der Entwicklung von Gewerbeund Industriestandorten gilt es gleichwohl, die Nachfragestruktur qualitativ zu bewerten, kluge Entscheidungen zur Verkehrsplanung rund um den BER zu treffen und die soziale Infrastruktur entsprechend der steigenden Einwohnerzahlen anzupassen und auszubauen. Dabei gilt es, die Attraktivität des Wohnstandortes Teltow- Fläming zu erhalten und den Fluglärm zu regulieren. Meist hinaus in die Natur, die in unserem Landkreis und auch rund um meine Heimatstadt Luckenwalde sehr schön und vielseitig ist. Spaziergänge gemeinsam mit der Familie und am liebsten mit meinen Enkelkindern sorgen für Entspannung, Erholung und Freude. Interview CF „Wichtig ist, dass die Menschen in Teltow-Fläming den BER nicht nur geräuschvoll hören, sondern ihn auch als ‚Wirtschaftsmaschine‘ spüren“. Kornelia Wehlan, Landrätin Teltow-Fläming Nachbarn 09/2020

Unsere Publikationen

Keine Tags gefunden...

News