Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Nachbarn 09/20

Das Nachbarschaftsmagazin für die Flughafenregion.

10 UNTERWEGS IN DER

10 UNTERWEGS IN DER NACHBARSCHAFT Wandersmann zu Lande und zu Wasser Treffpunkt Krummensee bei Königs Wusterhausen: Bei recht kühlen Temperaturen, aber bestem Wetter paddelt Norman Siehl auf dem Wasser. In seinem Packraft, einem kleinen Kanu, ist leider nur Platz für eine Person, ansonsten hätte unser Gespräch auch gerne auf dem See stattfinden können. Wir befinden uns hier inmitten Norman Siehls Revier: Er ist ehrenamtlicher Kreiswegewart für den Landkreis Dahme-Spreewald und Wanderwegewart für seine Heimatstadt Wildau. Als solcher ist er zuständig für die Pflege und das Markieren der Wanderwege sowie das Kartografieren des Wegenetzes. „Nach der Wende wurden sehr viele Wege angelegt und markiert“, erzählt er. „Einige davon werden aber kaum genutzt oder enden teilweise irgendwo im Leeren. Meine langfristige Vision ist ein komplett verbundenes Wanderwegenetz für den Landkreis und letztendlich für Brandenburg.“ Geteilte Wanderfreude Grundvoraussetzung für seine Tätigkeit als Wegewart ist selbstverständlich die Leidenschaft fürs Wandern. Ein großes Anliegen ist es Norman Siehl, auch andere Menschen mit seiner Wanderlust anzustecken. Aus diesem Grund hat er vor einigen Jahren den Wanderverein Dahme-Seenland e.V. gegründet und organisiert mit dem Verein regelmäßig Touren für begeisterte Mitwanderer. Etwa einmal im Monat begeben sie sich auf Wanderschaft in der Region, und es macht ihm großen Spaß, dafür immer wieder neue Routen zusammenzustellen. Naturkind aus der Region Er ist von Kindesbeinen an sehr naturverbunden, einen Großteil seiner Kindheit hat er im Freien verbracht und schon seinen Vater regelmäßig beim Wandern begleitet. Groß geworden in Wildau, kennt er die Gegend hier wie seine Westentasche. Für einige Jahre hat er im Taunus gewohnt, seit vielen Jahren hat er sich mit seiner Familie zurück in Wildau niedergelassen. Auch mit seinen mittlerweile fast erwachsenen zwei Kindern ist er immer wandern gegangen: „Als sie noch klein waren, habe ich sie einfach hinten in die Kraxe gepackt.“ Inzwischen hat er sein Hobby sogar zum Beruf gemacht: Ursprünglich war er als Ingenieur für regenerative Energien tätig, mittlerweile unterstützt er im Marketing den Tourismusverband Dahme-Seenland und zertifiziert Qualitätswege im Auftrag des Deutschen Wanderverbandes. „Ich wollte mich schon länger auch beruflich in Richtung des Tourismus orientieren. Da haben mir meine Kontakte als Wanderwegewart natürlich sehr geholfen.“ Extremsport Wandern Bei Extremsportarten denkt man zunächst eher an Fallschirmspringen oder Eisklettern, aber auch Wandern extrem ist möglich. Norman Siehl hat das Extremwandern vor einigen Jahren für sich entdeckt, das heißt: 100 Kilometer, die innerhalb von 24 Stunden gelaufen werden, mit Ausruh- und Essenspausen, aber ohne Schlaf. „Idealerweise startet man gegen Abend, sodass man die Nacht gleich zu Beginn hinter sich bringt“, erzählt er. „Wenn dann gegen frühen Morgen nach 40, 50 Kilometern die Erschöpfung einsetzt und die Füße schmerzen, ist es sehr viel einfacher, sich nach Tagesanbruch zum Weiterlaufen zu motivieren.“ Was motiviert einen überhaupt zu einer 100-Kilometer-Wanderung? „Zum einen ist es ein tolles Gruppenerlebnis, aber auch ein besonderes Verbundensein mit der Natur. Außerdem ist das Glücksgefühl, wenn man es geschafft hat, wirklich einmalig.“ Im letzten Jahr hat er erstmals eine solche Wanderung selbst initiiert und mit dem Wanderverein aus Wildau organisiert. Gemeinsam mit rund 30 Extremwanderern war er 100 km auf den Nachbarn 09/2020

UNTERWEGS IN DER NACHBARSCHAFT 11 Spuren Theodor Fontanes unterwegs. Dieses Jahr war die 24h-Wanderung für Anfang April auf dem letztjährig eröffneten Paul-Gerhardt- Wanderweg geplant, leider musste sie wegen der Corona-Krise ausfallen. Sie soll jedoch nachgeholt werden. Boot im Wanderrucksack Sein neuester Coup: Gemeinsam mit einem Freund hat er das Start-Up Hikanoe gegründet (eine Kombination aus Hike = Wandern und canoe = Kanu). Über ihre Website vermieten sie Packrafts deutschlandweit. Die 4 Kilogramm leichten, in 3 Minuten aufblasbaren Boote lassen sich kompakt zusammenpacken und so problemlos im Rucksack auf Wandertour mitnehmen. Hier in der Region bietet sich die Kombi aus Wandern und Paddeln ideal an. Mit der Flexibilität, sowohl zu Wasser als auch zu Land unterwegs zu sein, eröffnen sich tolle Möglichkeiten für besondere Naturerlebnisse. „Aber man kann das Boot zum Beispiel auch ganz einfach in die S-Bahn mitnehmen und in Berlin auf der Spree und den Kanälen paddeln gehen.“ Nach unserem Gespräch zieht es Norman Siehl nochmal im Boot hinaus aufs Wasser. Ganz klar: Er ist selbst das beste Aushängeschild für Hikanoe. DA „Wenn nach 40, 50 Kilometern die Füße schmerzen, ist es oft nicht einfach weiterzulaufen.“ Norman Siehl, Kreiswegewart Landkreis Dahme-Spreewald ¢ Weitere Informationen unter: hikanoe.com, wanderverein-dahme-seenland.com Nachbarn 09/2020

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