Berlin ist mit rund 35,65 Millionen Passagieren im Jahr 2019 der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Aktuell gibt es zwei Flughäfen: den Flughafen Berlin-Schönefeld und den Flughafen Berlin-Tegel. Der gesamte Luftverkehr der deutschen Hauptstadtregion soll am Standort Schönefeld konzentriert werden. Dafür plant und baut die Flughafengesellschaft den Flughafen SXF zum Flughafen Berlin Brandenburg – kurz BER – aus. Das Terminal T1 des BER wird am 31. Oktober 2020 eröffnet.
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Nachbarn 08/2019

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6 STANDORTENTWICKLUNG

6 STANDORTENTWICKLUNG Atemberaubende Dynamik Baulandpreise im Flughafenumfeld stark gestiegen Waren es vor geraumer Zeit noch die Schilder mit der Aufschrift „Verkaufe Bauland“, die die Projektentwickler, Gemeinden oder private Eigentümer im Flughafenumland bei ihrer Suche nach Käufern in die Böden rammten, wird heute ähnlich stark von Käuferseite nach Bauland gesucht. Wer allerdings in der Region noch attraktives Bauland erwerben will, muss tief in die Tasche greifen, weiß auch Jürgen Kuse, der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstücks werte im Landkreis Dahme-Spreewald (LDS). „Die Preise hier im Berliner Umland haben sich in den letzten vier bis fünf Jahren mehr als verdoppelt. Das gibt es in der Form in keiner anderen Region Deutschlands.“ Preise für Bauland enorm angezogen Im letzten Jahr mussten potenzielle Baulanderwerber 188 Euro durchschnittlich für einen Quadratmeter Bauland aufwenden, also noch mals 30 Prozent mehr im Vergleich zu 2017. Generell sind die Bodenrichtwerte für Wohnund Mischgebiete im fünften Jahr hintereinander deutlich gestiegen. Dabei blieb die Anzahl der Verkäufe aufgrund der Angebotsverknapp ung relativ stabil (aktuell 865). Die Zahl der Umsätze hingegen, die 2018 in Grundstücke investiert wurden, ist von 653 auf beachtliche 775 Millionen Euro angewachsen, davon stammen alleine über 300 Millionen aus der Gemeinde Schönefeld, wie die Zahlen aus dem kürzlich veröffentlichten Grundstücksmarkt bericht des Landkreises belegen. Noch nie wurde ein höherer Wert in den 26 Jahren des Bestehens des Kreises erzielt. „Die Preise haben sich in den letzten vier bis fünf Jahren mehr als verdoppelt.“ Jürgen Kuse, Vorsitzender Gutachterausschuss LDS Wohnen im Grünen und Nachfrage nach Urbanität Auswertungen, die im Zuge einer Umfrage für den Wohnungspoltischen Kompass 2019 gemacht wurden, haben unter anderem ergeben, dass bei der Wohnortsuche das „Wohnen im Grünen, Zentralität und eine gute Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs entscheidende Faktoren sind. Genau diese Faktoren vereint das so begehrte Flughafen umfeld in sich, mit seiner perfekten Symbiose aus Arbeits- und Wohnstandort. Das spiegelt sich auch in den Kaufpreisen für Ein- und Zwei familienhäuser wider: Alleine in Königs Wusterhausen beträgt der durchschnittliche Kaufpreis 300.000 Euro. Dass die Region Dahme-Spreewald Ostdeutschlands steuerstärkster Kreis und auch im bundesweiten Vergleich ganz vorne dabei ist, dürfte diese Entwicklung weiter fördern. Baulandpreise in Überfluggebieten ebenfalls gestiegen Die im Rahmen der Fluglärmdiskussionen oftmals kolportierten Rückgänge der Grundstückswertentwicklungen wurden nicht bestätigt. Wie im aktuellen Grundstücksmarktbericht nachzulesen, „lässt sich kein originärer signifikanter Zusammenhang zwischen Flug routen-Betroffenheit und sinkenden bzw. vermindert steigenden Grundstückswerten herstellen.“ Demnach sind die Baulandpreise in den künftigen Überfluggebieten für Wohn nutzung dementgegen sogar gestiegen. Ein Ende der dynamischen Entwicklung der Region sieht Gutachter Kuse vorerst nicht: „Die berlinnahe Region, aber auch die zweite Reihe dahinter, ist einfach so attraktiv, dass die Nachfrage an Grundstücken auch weiterhin das Angebot übertreffen wird.“ Dass brandenburgweit die höchste Zahl von Baugenehmigungen für Wohneinheiten im LDS ausgewiesen wurde, untermauert seine Theorie. CF Den Grundstücksmarktbericht sowie Infos zur baulichen Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen finden Sie hier: www.gutachterausschuss-bb.de nachbarn.berlin-airport.de Nachbarn 08/2019

IN UNSERER REGION 7 15. Internationales Workcamp in Rangsdorf Arbeiten am Klimagarten fortgeführt Auch für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des dies jährigen Internationalen Workcamps im Rangsdorfer Klimagarten für Natur und Landschaft gab es wieder eine Menge zu tun. Die Arbeiten, die an dieser Stelle bereits im Jahr 2017 begonnen wurden, konnten fortgesetzt werden. So wurden Beetanlagen angelegt, eine Sitzecke mit Sonnensegel gebaut und Unterschlüpfe für Klein tiere errichtet. Das alles war für die 14 Jugendlichen aus zehn Ländern aufgrund des heißen Sommer wetters nicht einfach. Aber das 15. Internationale Workcamp, organisiert vom Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg e. V. und vom Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) sowie unterstützt von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH und der Gemeinde Rangsdorf, bot den Jugendlichen auch vielfältige Freizeit möglichkeiten. So standen u. a. die Besichtigung des BER und Fahrten nach Berlin und Potsdam auf dem Programm. Davon, dass sich die Jugendlichen, ob aus Europa, Südamerika oder Afrika gut verstanden und neue Freundschaften über alle weltanschaulichen oder religiösen Grenzen geschlossen haben, konnte man sich bei den Arbeiten, der Freizeitgestaltung und der Abschlussveranstaltung überzeugen. Internationales Teilnehmerfeld Unter den Teilnehmenden waren in diesem Jahr auch Lara aus Armenien, Hector aus Mexiko und Sami aus Algerien. Lara ist 17 Jahre alt, hat in diesem Jahr ihren Schulabschluss gemacht und will noch in diesem Jahr ein Universitäts studium im Fach Wirtschaftsinformatik beginnen. Dazu hat sie sich u. a. an einigen Universitäten in Deutschland beworben. In Deutschland ist sie nicht das erste Mal. Sie hat bereits an einem zehntägigen Schüleraustausch in Magdeburg teilgenommen. Ihr hat die Mischung aus Arbeit und Erholung im Zülow- Camp sehr gut gefallen, vor allem auch, weil sie mit ihren neuen Freunden viel Spaß hatte. Zu Hause in Armenien ist sie ebenfalls ehrenamtlich tätig, geht in ihrer Freizeit schwimmen und hört gerne Musik. Der 22 Jahre alte Hector studiert in seiner Heimat Ingenieurwesen. Auf die Möglichkeit der Mitarbeit im Zülow-Camp ist er durch sein Studium aufmerksam geworden. In seiner Freizeit macht er Yoga, geht schwimmen und lernt Deutsch. Er ist das erste Mal in Deutschland und findet es hier schön und interessant. Bereits 2015, 2017 und 2018 war Sami mit dem Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) in Deutschland. Er studiert und lernt seit drei Monaten Deutsch. Für die Kürze der Zeit kann der 23-jährige das schon ganz gut und so berichtet er, dass er sich auch in seinem Heimatland seit neun Jahren in nation alen Organisationen ehrenamtlich engagiert. Auf Grund seiner Erfahrungen war er im Camp als Teamleiter eingesetzt. In den drei Wochen haben die Jugendlichen viele neue Erfahrungen gesammelt, neue Freunde gefunden und ein Stück Berlin und Brandenburg kennengelernt. Für die Rangsdorferinnen und Rangsdorfer wurde ein Naturareal geschaffen, das fortan zur Erholung einlädt. MT Nachbarn 08/2019

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