Berlin ist mit rund 35,65 Millionen Passagieren im Jahr 2019 der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Aktuell gibt es zwei Flughäfen: den Flughafen Berlin-Schönefeld und den Flughafen Berlin-Tegel. Der gesamte Luftverkehr der deutschen Hauptstadtregion soll am Standort Schönefeld konzentriert werden. Dafür plant und baut die Flughafengesellschaft den Flughafen SXF zum Flughafen Berlin Brandenburg – kurz BER – aus. Das Terminal T1 des BER wird am 31. Oktober 2020 eröffnet.
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Nachbarn 02/2019

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6 STANDORTENTWICKLUNG So

6 STANDORTENTWICKLUNG So geht es weiter am Flughafenstandort BER Nächstes Jahr, im Oktober 2020, wird der Flughafen Berlin Brandenburg in Betrieb gehen. Der gesamte Luftverkehr der Region Berlin-Brandenburg wird somit an einem Standort gebündelt. Mit der Eröffnung des BER erfolgt auch die Schließung des Flughafens Tegel. Damit gehen natürlich auch Fragen einher, ob der BER ausreichend groß ist, um den gesamten Bedarf der Hauptstadtregion aufzunehmen. Genau mit dieser Frage beschäftigt sich die Flughafengesellschaft in ihrer Masterplanung. Grundlage der Ideen, wie der Standort weiterentwickelt werden kann, ist eine sogenannte Luftverkehrsprognose (siehe Kasten), nach der im Jahr 2040 rund 55 Millionen Passagiere pro Jahr am BER erwartet werden. Zum Vergleich: Heute fliegen knapp 35 Millionen Passagiere pro Jahr ab Schönefeld und Tegel. Die Flughafengesellschaft hat für die steigenden Passagierzahlen ein Leitbild erarbeitet, den Masterplan BER 2040. Darin ist skizziert, wie der BER in den nächsten Jahrzehnten aussehen wird. Ziel ist es, den BER zu einem Standort mit mehreren Terminals weiter zu entwickeln. Eine neue Start- und Landebahn ist dabei nicht nötig. Die zwei Bahnen und die vorgesehenen Vorfeldflächen reichen aus, um die prognostizierten Verkehrsmengen zu bewältigen. Dies liegt auch daran, dass heute deutlich mehr Passagiere pro Luftfahrzeug reisen, als ursprünglich angenommen. Die Flughafengesellschaft wird aus den groben Ideen der Masterplanung die einzelnen Projekte zeitlich gestaffelt detailliert ausarbeiten und die erforderlichen Genehmigungsverfahren zur Anpassung der Infrastruktur gemäß den gesetzlichen Vorgaben durchführen. Terminals am BER Neben dem großen Terminal 1 soll im Oktober 2020 auch das neue Terminal 2 direkt vor dem bereits bestehenden Pier Nord in Betrieb gehen. Zudem bleibt der Flughafen Schönefeld noch mehrere Jahre in Betrieb. Der Flughafen wird damit ein Terminal des BER. Gegenüber des Terminal 1 entsteht das neue Terminal 3 mit einer Gesamtkapazität von ca. 12 Millionen Passagieren. Die Planung dafür beginnen aktuell. Mit Inbetriebnahme des Terminal 3 wird dann auch der Flughafen Schönefeld geschlossen. Die weiteren Schritte danach werden in Abhängigkeit der weiteren Verkehrsentwicklung vorgenommen. Hier erfolgt dann die Anpassung der Master planung auf die dann zu berücksichtigenden Bedarfe. Die Luftverkehrsprognose Die Luftverkehrsprognose (die wissenschaftlich begründete Voraussage der Luftverkehrs-Entwicklung) aus dem Jahr 2000 ging von einer Verkehrsmenge von ca. 30 Millionen Passagieren und ca. 360.000 Flugbewegungen pro Jahr für das Jahr 2023 aus. Diese damals ermittelten Zahlen stellen jedoch gemäß Planfeststellungsbeschluss 2004 keine Obergrenze dar, sondern waren Planungsgrundlage für die zu ent wickelnde Infrastruktur. Verändert sich die Prognose, muss die Infrastruktur angepasst werden. Die aktuelle Luftverkehrsprognose des Büros Steer aus dem Jahr 2018 geht im Jahr 2040 von ca. 55 Mio. Passagieren und ca. 417.000 Flugbewegungen pro Jahr aus. Auf Basis dieser Prognose wurde der Masterplan als Leitbild entwickelt. VH Nachbarn 02/2019

IN UNSERER REGION 7 Hausbau am Flughafen Schallschutz für neue Häuser Die Region boomt. Eine aktuelle Verkehrsstudie der IHK Cottbus geht von über 30.000 zusätzlichen Einwohnern für die BER Umlandgemeinden in den nächsten beiden Jahrzehnten aus. Trotz des zu erwartenden Fluglärms entstehen rund um den BER immer mehr Wohnungen und Eigenheime und damit viele Fragen zum Lärmschutz für Neubauten. Da mit der Inbetriebnahme des Flughafens BER im Oktober 2020 rings um den Flughafen mit Fluglärm zu rechnen ist, sollten zukünftige Hauseigentümerinnen und -eigentümer bereits beim Bau ihrer Häuser darauf achten, dass diese über einen ausreichenden Schallschutz verfügen. Dafür bietet die Flughafengesellschaft Unterstützung an: „Wir übernehmen für Neubauten im Schallschutzgebiet des Flughafens BER die für den Schallschutz zusätzlich erforderlichen Kosten. Dafür bieten wir den Abschluss individueller Vereinbarungen an“, so Schallschutzchef Ralf Wagner. Dieses Angebot gilt für Neubauten, wenn die entsprechenden Grundstücke zum 15. Mai 2000 bebaut oder bebaubar waren. Die individuellen Vereinbarungen richten sich dabei an Neubauten im sogenannten „Tagschutzgebiet“, das sich über weite Teile von Blankenfelde-Mahlow sowie über Teile von Eichwalde, Bohnsdorf und Schulzendorf erstreckt. „Voraussetzung für eine solche Vereinbarung ist jedoch, dass sich künftige Eigenheimbesitzer noch vor Baubeginn oder besser noch vor Planungsbeginn bei uns melden und mit uns das weitere Vorgehen besprechen. Die Eigentümer haben dann auch die Möglichkeit, noch vor Baubeginn zu erfahren, welche Kosten wir übernehmen, sobald der Neubau bezogen wurde“, so Wagner weiter. Zusätzlich erforderliche Kosten werden auch für Neubauten im „Nachtschutzgebiet“ übernommen. Auch hier sollten sich die künftigen Eigentümer möglichst frühzeitig bei der FBB melden. Außerdem können künftige Hauseigentümer noch vor Planungsbeginn von der FBB erfahren, mit welchen Fluglärmpegeln zu rechnen ist. Auf dieser Grundlage können sie ihr Haus dann so planen lassen, dass die Schallschutzmaßnahmen ausreichen, um die geltenden Vorgaben des Planfeststellungsbeschlusses (PFB) einzuhalten. Ist dies der Fall, werden die für die Umsetzung der Schallschutzmaßnahmen zusätzlich erforderlichen Kosten von der FBB übernommen (siehe Infokasten). Bei Anwohnern, die sich erst nach Fertigstellung ihres Neubaus bei der FBB melden, stellt sich die Situation anders dar. Sollte der Neubau bereits über ausreichenden Schallschutz verfügen, erstattet die FBB die Kosten, die dafür zusätzlich notwendig waren. Reicht der Schallschutz jedoch nicht aus, müssen am Neubau weitere Baumaßnahmen, wie z. B. neue Schallschutzfenster, umgesetzt werden. Die FBB zahlt dann nach dem Einbau die Differenz zu den vorher eingebauten Fenstern. OKS ¢ Weitere Informationen: www.berlin- airport.de → Nachbarn → Schallschutzprogramm BER → Hausbau am Flughafen Individualvereinbarung Neubau Zur Ermittlung der zusätzlichen Kosten werden die geplanten Kosten des schallgeschützten Neubaus mit einem baugleichen Neubau ohne Schallschutzmaßnahmen verglichen. Beispiel: • Kosten eines Neubaus ohne Schallschutzmaßnahmen (übliche Fenster, übliche Wände, übliche Lüftung): 220.000 Euro • Kosten eines vergleichbaren Neubaus mit Schallschutzmaßnahmen (Schallschutzfenster, Wände mit Schalldämmung, Schalldämmlüfter): 250.000 Euro • Höhe der erstattungsfähigen Kosten: 30.000 Euro Die FBB trifft mit den zukünftigen Eigentümern eine Individualvereinbarung und bestätigt darin, dass die erstattungsfähigen Kosten ausgezahlt werden, sobald das Gebäude fertiggestellt ist. Voraussetzung dafür ist eine Bestätigung von Eigentümer und Planer darüber, dass der Neubau inklusive der in der Planung vorgesehenen Schallschutzmaßnahmen errichtet wurde. Nachbarn 02/2019

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