Berlin ist mit rund 35,65 Millionen Passagieren im Jahr 2019 der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Aktuell gibt es zwei Flughäfen: den Flughafen Berlin-Schönefeld und den Flughafen Berlin-Tegel. Der gesamte Luftverkehr der deutschen Hauptstadtregion soll am Standort Schönefeld konzentriert werden. Dafür plant und baut die Flughafengesellschaft den Flughafen SXF zum Flughafen Berlin Brandenburg – kurz BER – aus. Das Terminal T1 des BER wird am 31. Oktober 2020 eröffnet.
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Gate 69 Frühjahr 2013

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22 Gate

22 Gate 69 Metro Das Interview „Schnell kann der Schwabe nicht!“ Als Moderator der Rock-Musiksendung Rockpalast wurde Albrecht Metzger bundesweit bekannt. Doch der Schauspieler („Kinder- und Jugendtheater Rote Grütze“) und Filmemacher (Dokumentationen über Rio Reiser und die Einstürzenden Neubauten) ist auch scharfer Beobachter der Schwaben. Und das schon lange bevor Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse durch seine Schwabenkritik auffi el. Selbst 1945 in Stuttgart geboren, kam Metzger 1977 nach Berlin. 1988, kurz vor dem Mauerfall, gründete er hier die Kabarett-Truppe „Schwaben Offensive“, mit der er in diesem Jahr sein 25. Jubiläum feiert. Im Herbst gehen sie auf Tournee mit der Reloaded-Version ihres allerersten Programms „Komm du bloß hoim“. Zusätzlich moderiert er jeden 1. im Monat eine neue Folge seiner Vinyl-Schallplatten-Sendung „Knistern und Rauschen“ im Internet. Mit Albrecht Metzger sprach Gate-Autor Dirk Krampitz. Wie kam es vor 25 Jahren zu Ihrem ersten Schwaben-Programm in Berlin? Albrecht Metzger: Als wir „Komm du bloß hoim“ machten, da stand die Mauer noch. Damals war es eine aberwitzige Idee, schwäbischen Dialekt auf eine Berliner Bühne zu sprechen. Wir haben in Kreuzberg, im Kino Eiszeit begonnen. Da passten 60 Leute rein und es war jedes Mal rappelvoll. Die Schwaben waren offenbar schon damals eine große und vor allem leicht erkennbare Gruppe… Albrecht Metzger: …die sich aber integriert hatte ins alltägliche Leben. natürlich haben die schwäbischen Leute, wie die Türken auch, die nähe des anderen gesucht. Man hat sich ja nicht voreinander versteckt. Aber das, was man heute hat, diesen Lokalpatriotismus, den hatten wir früher nicht. Wir waren froh, dass wir von zu Hause weg waren. Wir hatten bewusst das Schwäbische hinter uns gelassen. nur wenn man seine Dialektbrocken untereinander ausgetauscht hat, war da etwas von Heimatgefühl. Ein Zuschauer hat das mal ganz gut zusammengefasst. „Wenn man Euch zuguckt, das ischt ja wie dahoim, nur luschtiger.“ Durch die Theater- Tourneen nach Baden-Württemberg habe ich das Land auch erst richtig kennengelernt. Als normaler Schwabe hockt man in Heilbronn, hat vielleicht noch eine Tante in Bietigheim und das war es dann. Humor braucht Abstand. Was zieht die Schwaben nach Berlin? Albrecht Metzger: Es gibt zwei Sorten von Schwaben, die einen bleiben zu Hause, bauen ihr Häuschen, die anderen gehen weg, weil sie eben genau das nicht wollen. In der Regel ist es so, dass die Leute, die weggehen, aufblühen und sich entfalten. Und für jene ist Berlin wie eine Beatmungsstation – sehr belebend. Was zog Sie nach Berlin? Albrecht Metzger: Ich war als Redakteur beim Süddeutschen Rundfunk für Berlin zuständig und darum immer wieder hier. Sozusagen als Außenstelle Berlin. Dann habe ich meine spätere Frau, eine Berlinerin, kennengelernt und bin hier geblieben. Wer war und ist das Publikum der Schwaben Offensive. Schwaben im Spree-Exil? Albrecht Metzger: Anfangs viele, ja. Und sie waren ergriffen davon, dass sie ein Stück Heimat auf der Bühne sahen. Aber es kamen auch viele Berliner. Und unsere Haupt-Klientel: Gemischte Paare, wo der Berliner Teil dann nach der Vorstellung sagt: „Danke, jetzt endlich verstehe ich, wie er oder sie tickt.“ Empfehlen Sie den Berlinern eher männliche oder weibliche Ehepartner aus Schwaben? Albrecht Metzger: Je nach Veranlagung natürlich. Aber die schwäbischen Frauen sind jedenfalls die schärferen Schwaben, das ist meine Lebenserfahrung. Welche Probleme hat ein Schwabe in Berlin? Albrecht Metzger: Für einen Schwaben ist es schwierig, Zugang zur Ruppigkeit des Alltagsberliners zu bekommen. Schnell und Ironie – das kann der Schwabe nicht. Der Schwabe kann schon um die Ecke denken, aber in der Begegnung mit Menschen braucht er eher das Gerade. Haben Sie einen Tipp für Neuberliner? Albrecht Metzger: Wenn man angemeckert wird, was in Berlin ja immer wieder im Alltag passiert, und man trotzdem bestehen will: Spontan antworten und reagieren. Aber das kann der Schwabe nicht. Das ist zu spontan für ihn. Denn er muss zuerst refl ektieren, erst einmal prüfen, „ob desch auch in Ordnung isch“ und ob es einen notausgang gibt. Aber zurückmeckern, das hat der Berliner gern. Dann schlägt er gedanklich die Hacken zusammen. Denn im Grunde seines Herzens ist der Berliner kaisertreu und sehnt sich nach Ordnung und Zucht. Aber bevor der Schwabe „a“ gesagt hat, ist der Berliner schon weg. Gibt es Gemeinsamkeiten von Berlinern und Schwaben? Albrecht Metzger: Ja, viele! Beide sind bodenständig. Die Berliner und Brandenburger mussten Fotos: Promo

Gate 69 Das Interview Metro immer arbeiten, es gab ja ganz wenig Großbürgertum. In Schwaben waren es die kleinen Handwerker und Bauern, die immer schaffen mussten. Der Zusammenhalt unter den Menschen, dieses Realitätstüchtige, das Misstrauische, das ist genauso berlinerisch wie schwäbisch. Im Schwäbischen kommt nur eben noch das Pietistische dazu. Das führt zu diesem, ja man kann es so nennen: „Erwerbssyndrom“, dieses Eichhörnchenhafte. Also weil die Religion verlangt, dass man vermehrt und nicht verbraucht, ist der Schwabe so sparsam. Und so konnten die Schwaben angeblich auch ganz Prenzlauer Berg aufkaufen, renovieren und die Mieten hochsetzen? Albrecht Metzger: Ich habe in meinen eigenen Recherchen festgestellt, dass die Leute, die „Schwaben raus“ benutzen, gar nicht wissen, wo Schwaben liegt. Vielleicht verwechseln sie es mit Spanien, Griechenland und Dänemark. Von dort kommen viele der Immobilenkäufer. Keine Schwaben? Albrecht Metzger: Der eine oder andere hat seinem Vater vielleicht gesagt, „du, desch iPhone Android könnten wir kaufen“. Und der Vater hat geantwortet „haja, meinscht?“ Modernisierung ist der Gang der Dinge. Als in Berlin die ersten Autos herumgefahren sind, dachten auch viele, das sei Teufelszeug und die Pferde würden nie verschwinden. Heute gibt es nur noch die Remisen auf den Hinterhöfen. Aber renoviert. Wenn man nicht will, dass die Kastanienallee saniert wird, was will man denn dann dort haben? Ein Freilichtmuseum oder was? Eines ihrer Solo-Programme heißt: „Spätzle liebt Boulette“. Gilt diese Berlin-Liebe noch immer für Sie? Albrecht Metzger: Ich gehör hierher. Berlin ist meine Stadt. Nie ans Zurückgehen gedacht? Albrecht Metzger: Das könnte ich gar nicht. Allein schon wegen der Sprache! Mein Schwäbisch ist aus der Kindheit, aus den 50er Jahren. Da habe ich mein Schwäbisch gelernt. Da kam nicht mehr viel dazu. Das Schwäbische und die Schwaben haben sich seitdem ja auch verändert. Ich bin inzwischen eine Art lebendiges Sprachmuseum. AnZEIGE 23 Zum verlieben was hast du vor? sofi a ab 44,74 Infos und Termine der Schwabenoffensive: www.schwabenoffensive.de Albrecht Metzgers Vinyl-Radioshow: www.secondhandcds.de/radioshow.html € * NEU ab Berlin! * One-Way-Preis pro Person basierend auf 2 Passagieren, die mit der gleichen Buchung reisen, inklusive 12,50 € Bearbeitungsgebühr und Flughafensteuer, zuzüglich Kreditkartengebühr und variabler Kosten für Aufgabegepäck. Preis gültig ab dem 19. Februar 2013 und verfügbar für Reisen zwischen dem 21. April und 08. September 2013. easyJet fl iegt ab Berlin Schönefeld nach Sofi a. Weitere Informationen auf easyJet.com

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