Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Gate 66 Frühjahr 2012

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10 Gate 66 Flight Level Abschied von Schönefeld und Tegel Flughafen der Herzen Flughafen Tegel: „Wir haben den Weltrekord für die schnellste Abfertigung aufgestellt.“ Berlin ist die Hauptstadt der Architekten. Klar, das liegt schon allein daran, dass Berlin die Stadt ist, die niemals war und noch nicht ist, sondern immer erst wird. Eine Spielwiese für Architekten von Weltrang, könnte man sagen. Von alten Baumeistern wie Friedrich Schinkel bis zu modernen Stars wie Sir Norman Foster. Und Meinhard von Gerkan natürlich, der das Gesicht des neuen Berlin mit seinem Parnter Volkwin Marg so geprägt hat wie kaum ein zweiter – vom Berliner Olympiastadion über den Hauptbahnhof bis zum Flughafen Berlin Brandenburg. Und der Flughafen Tegel, der darf in dieser Aufzählung natürlich auch nicht fehlen. Denn in dem Jahr, nachdem sie ihr Studium beendet hatten, starteten die beiden Architekten 1965 ihre Karriere mit einem Paukenschlag. „Vorher hatten wir noch nicht einmal eine Garage gebaut“, sagt der 77-Jährige von Gerkan. „Und dann auf einmal einen Flughafen in Berlin.“ Der sensationelle Entwurf katapulierte ihr Büro gmp direkt in die erste Liga der Planer. „Wir wollten damals einen Flughafen der kurzen Wege bauen, und das haben wir auch geschafft“. Mit dem Auto können Fluggäste in Tegel bis vor das Abfluggate fahren. Dieses Drive-in-Konzept war damals revolutionär. Später wurde es dauernd kopiert. „Wir haben den Weltrekord für die schnellste Abfertigung aufgestellt.“ Und, nein, das ist nicht übertrieben. Von der dezentralen Straßenvorfahrt bis zum Check-in-Schalter müssen Fluggäste in Tegel keine 20 Meter überwinden. Auch das ist ein Grund, dass der Flughafen Tegel in den vergangenen Jahren zum Flughafen der Herzen aufgestiegen ist. Auch wenn der Plan für einen eigenen U-Bahnhof der Strecke U7 nicht realisiert werden konnte, mögen ihn irgendwie alle, besonders die West-Berliner. Ein weiterer Grund für seine Beliebtheit ist, dass der verkehrsreichste Airport der deutschen Hauptstadt aus der Luft aussieht wie eine sechseckige Schraubenmutter, an der die Flugzeuge an 15 Gates im Terminal A andocken können. 2011 wurden hier mehr als 15 Millionen Passagiere abgefertigt. Das sind doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Damit liegt der Flughafen an vierter Stelle in Deutschland. Mehr als 10.000 Beschäftigten gibt er Abeit. Dabei war diese Erfolgsgeschichte nicht unbedingt abzusehen: Zur Eröffnung am 23. Oktober 1974 stand der Flughafen unter keinem guten Fotos: Schmieding / Obst, Günter Wicker / Ligatur

Gate 66 11 Der verkehrsreichste Airport der Hauptstadt Flight Level Kurze Wege in Tegel 1823 Aus den Forstrevieren Charlottenburg und Tegel werden die Gutsbezirke Tegeler Forst und Jungfernheide. Später dient das Gebiet Tegel als Exerzierfeld und Schießplatz für das Militär. 1896 In der Jungfernheide werden für ein „Luftschiffer-Bataillon“ Kasernen errichtet und von nun an wird mit verschiedenen Konstruktionen für die Luftschifffahrt experimentiert. 1914 Das Gebiet wird ein Ausbildungsplatz für Feldluftschiffertruppen des Militärs. 1919 Der Friedensvertrag von Versailles verbietet den Wiederaufbau von Luftstreitkräften. Die Arbeit in Tegel wird eingestellt. 1933 Der Raketenflugplatz Tegel muss aufgrund einer nicht bezahlten Wasserrechnung schließen. 1945 Das Gelände und die sich darauf befindlichen Gebäude sind durch Bomben schwer zerstört. Die Bezirksverwaltung plant dort eine Kleingartenkolonie, um die Wohnungsnot zu lindern. Stern. Man muss sich noch einmal in Erinnerung rufen: Der Berliner Luftverkehr war in der Zeit des Kalten Krieges im Sinkflug, die optimistischen Prognosen der Fluggastzahlen aus den sechziger Jahren schienen zunächst vollkommen übertrieben zu sein. Der Grund: Das Transitabkommen zwischen DDR und BRD von 1971, das den Transitverkehr auf dem Landweg erleichterte, führte zu einem dramatischen Passagier-Rückgang im Luftverkehr der „politisch selbstständigen Einheit West-Berlin“. Außerdem weigerten sich die Alliierten, die in Berlin die Lufthoheit besaßen, mit ihren Airlines vom Zentralflughafen Tempelhof nach Tegel umzuziehen. Die Folge: Der neue Flughafen war in den ersten Jahren nur zu zehn Prozent ausgelastet. Erst ab 1976 stiegen die Passagierzahlen kontinuierlich um vier bis fünf Prozent. Ende der achtziger Jahre gab es sogar Pläne für ein weiteres Abfertigungs-Sechseck, die allerdings vom damaligen rot-grünen Senat unter Bürgermeister Walter Momper gestoppt wurden. Seit 1990 landen wieder alle deutschen und internationalen Fluggesellschaften in Tegel. Heute werden im Durchschnitt rund 415 Flüge täglich abgefertigt, darunter solche nach New York, Bangkok oder Peking. Die Nachnutzung der Gebäude und des Geländes ist eins der zentralen Projekte des Masterplans Industriestadt Berlin 2010-2020, der die Voraussetzungen für industrielles Wachstum und neue Arbeitsplätze schaffen soll. Alexander Remler 1948 Einen guten Monat nach Beginn der Berlin-Blockade gibt die französische Besatzungsmacht ihre Einwilligung zum Bau eines neuen Flughafens in ihrem Sektor, der zur Unterstützung der Berliner Luftbrücke dienen soll. In einer Rekordzeit von 90 Tagen wird nun auf dem Gebiet des alten Truppenübungsplatzes ein Flugplatz gebaut, der mit 2.428 Metern die damals längste Landebahn Europas besitzt. Am 5. November 1948 landet dort das erste Flugzeug. 1960 Die Air France nimmt den ersten planmäßigen Linienflug nach Tegel auf. 1964 Pan American World Airways (PanAm) beginnt mit dem zivilen Luftverkehr in Tegel. 1968 Wegen der Überlastung des Flughafens Tempelhof verlegen ab 1968 alle Charterfluggesellschaften ihre Flüge nach Tegel. 1975 Tegel wird der wichtigste Passagierflughafen Berlins. 1990 Im Zuge der Wiedervereinigung werden alle Restriktionen für den Berliner Luftverkehr aufgehoben und Tegel kann nun auch von deutschen Fluggesellschaften angeflogen werden. 1996 Die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund beschließen den Ausbau des Flughafens Schönefeld zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg International BBI. 2008 Die „Projektgruppe Tegel“ erarbeitet Vorschläge für die Nachnutzung des Geländes. Es soll ein Forschungs- und Industriepark mit grünen Zukunftstechnologien entstehen. Darüber hinaus sollen Wohnhäuser, Natur- und Waldflächen entstehen. 2012 Mit Inbetriebnahme des Flughafen Berlin Brandenburg wird der Flughafen Tegel geschlossen.

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