Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Nachbarn 12/2019

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Das Nachbarschaftsmagazin für die Flughafenregion.

2 IN UNSERER REGION |

2 IN UNSERER REGION | AUF EIN WORT Liebe Nachbarinnen und Nachbarn! Der Termin steht: Am 31. Oktober 2020 eröffnet der Flughafen Berlin Brandenburg. Diesem Vor schlag der Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am 29. November zugestimmt. Eine Woche nach der Inbetriebnahme des BER, am 8. November 2020, endet der Linienflugbetrieb in Tegel. Dazwischen liegen drei große Umzugsschritte, in denen der komplette Flugbetrieb vom Flughafen Tegel zum BER umzieht. Dass der bevorstehende Start des BER bereits heute als Impulsgeber für die Wirtschaft wahrgenommen wird, zeigen die jüngsten Pläne des amerikanischen Automobilherstellers Tesla, der seine Gigafactory in der Flughafenregion bauen will. Gebaut wurde in den letzten Jahren auch viel in unserer Flughafengemeinde Schönefeld, stets verbunden mit einer Person: Dr. Udo Haase, der sich als Bürgermeister immer den strategischen Blick über Wahlperioden und Gemeindegrenzen hinaus bewahrte und nach langer, erfolgreicher Arbeit nun im Ruhestand ist. Im Namen der Flughafengesellschaft möchte ich mich bei ihm für die vielen Jahre der konstruktiven Zusammenarbeit bedanken. Wie es unter Nachbarn auch üblich ist, waren wir nicht immer einer Meinung. Dennoch haben wir es zu jeder Zeit geschafft, gemeinsam gute Lösungen zu finden. Wie er selbst die fast 30 Jahre im Amt sieht, verrät er uns im Interview auf Seite 3. Ich wünsche Ihnen schon heute auch im Namen meiner Kollegin und meines Kollegen in der Geschäftsführung ein besinnliches Weihnachtsfest und einen harmonischen Jahreswechsel. Die gesamte Redaktion und ich freuen uns sehr, Sie auch im kommenden Jahr wieder zu unserer Leserschaft zählen zu dürfen. Eine angenehme Lektüre wünscht Ihnen Ihr Engelbert Lütke Daldrup Nachbarn 12/2019

IN UNSERER REGION | POLITIK 3 Udo Haase Herr Haase, nach fast 30 Jahren in der Verwaltung, erst als Amtsdirektor und später als Bürgermeister von Schönefeld, räumten Sie vor wenigen Tagen ihren Posten und gehen in den Ruhe ­ stand. Gibt es schon Pläne für die Zeit danach? Unter Ihrer Ägide ist die Flughafengemeinde zum wirtschaftlich stärksten Treiber des Landkreises und von Brandenburg geworden. Hätten Sie diese Entwicklung zum Amtsantritt für möglich gehalten? Sicher hat Sie das Amt verändert: Welche waren die schönsten und schwersten Momente in Ihrer Amtszeit, und was wollen Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben? Ja, solche Pläne gibt es natürlich, denn nur zu Hause zu sitzen und die Hände in den Schoß zu legen, passt nicht zu mir. Und das erwartet wohl auch niemand. Natürlich wird in Zukunft mehr Zeit für die Familie, vor allem für meine Frau und für Reisen in alle Welt bleiben. Dann sind da noch zwei Bücher, die geschrieben werden sollen. Ganz abgesehen von den vielen Renovierungs- und Malerarbeiten in unserem Haus. Zudem werde ich als kürzlich in München frisch gewählter Präsident der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft wichtige Aufgaben in Bonn, wo die Gesellschaft ihren Sitz hat, und in Berlin zu erfüllen haben. Ebenso gibt es Anfragen von Firmen, die sich heute schon wünschen, dass ich ihnen als Berater helfend zur Seite stehe. Vielleicht liegt das an meiner pragmatischen, konstruktiven und meist mit neuen Ideen untersetzten Art, an Dinge heranzugehen und Probleme zu lösen. „Nur zu Hause zu sitzen und die Hände in den Schoß zu legen, passt nicht zu mir.“ Dr. Udo Haase, Bürgermeister der Gemeinde Schönefeld Sie werden es kaum glauben, aber ich war von Anbeginn davon überzeugt, dass es zu einer großartigen Entwicklung kommt. Anfang der 90er Jahre hatten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Bürgermeistern der Region und der Führungsspitze unseres Flughafens, europäische Airports und vor allem auch deren Umlandgemeinden zu besuchen. München war für uns besonders lehrreich. Die Treffen mit dem Landrat aus Freising oder den Bürgermeistern aus Halbergmoos, Oberding und auch Erding waren für uns sehr wichtig, weil hier offen über all jene Fragen und Schwierigkeiten geredet und diskutiert werden konnte, die für Gemeinden neben einem Groß flughafen problematisch waren und sind. Deshalb haben wir uns bemüht und alles dafür getan, viele der dort gemachten Fehler von Anbeginn zu vermeiden. Anfänglich hat mir das häufig Spott eingebracht. Viele Pilot projekte konnten jedoch trotzdem auf den Weg gebracht werden. Das hat mir zeitweilig den Spitznamen „Pilot“ eingebracht. Auch die vielen Lacher über ein Rathaus auf der Wiese, denn anfänglich gab es die Hans-Grade-Allee noch nicht, mussten ertragen werden. Selbst an den S-Bahnhof in Waßmannsdorf wollte keiner so recht glauben, so dass dieses Projekt anfänglich nur als Bahnhof "Hasenwinkel" belächelt wurde. Einer der schönsten Momente war sicherlich die Eröffnung unseres Rathauses am 10.9.2005. Vor dem Gebäude gab es ein Konzert der Band „City“ und auf dem Dach wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Als wir Monate später, nachdem das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss für den Bau des Flughafens BBI für rechtens erklärt hatte, Friedenstauben vom Rathaus in alle Himmelsrichtungen starten ließen, war das ein Zeichen an die Flughafengegner, um jetzt gemeinsam und in konstruktiver Zusammenarbeit den Bau voranzubringen. Die erste Absage des Eröffnungstermins für den neuen Flughafen hat mich schwer getroffen. Das war eigentlich unvorstellbar! Ebenso war der Verlust unseres Hochzeitsfliegers, der Rosinenbomber von Frank Hellberg, nur schwer zu verkraften. Dieser wurde bei einer Notlandung in Selchow so schwer beschädigt, dass es uns auch mit Hilfe eines Fördervereins und zahlreicher Anstrengungen nicht gelang, dieses Flugzeug vom Typ DC 3 wieder an den Start zu bringen. Meinem Nachfolger wünsche ich ein glückliches Händchen und viel Kraft für diese verantwortungsvolle Aufgabe. Interview CF Nachbarn 12/2019

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