Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

Aufrufe
vor 6 Monaten

Nachbarn 11/20

  • Text
  • Flughafen
  • Berlin
  • Nachbarn
  • Terminal
  • Brandenburg
  • Flughafens
  • Menschen
  • Region
  • Willy
  • Brandt
Das Nachbarschaftsmagazin für die Flughafenregion.

18 BER KOMPAKT Wenn Oben

18 BER KOMPAKT Wenn Oben und Unten sich verbinden Kunst am Bau Internationale Künstler haben sich mit dem Thema „Luft-Land“ auseinandergesetzt. So entstanden fünf außergewöhnliche Kunstwerke am Flughafen Berlin Brandenburg. Was ist so außergewöhnlich am Fliegenden Teppich? Alles an ihm ist außergewöhnlich. Er hat eine Kantenlänge von 37 mal 27 Metern. Er besteht aus rund 500 dreidimensionalen Elementen einer Aluminiumtragstruktur mit fast drei Kilometern Gesamtlänge. Die Aluminiumrahmen sind gefüllt mit Ornamenten aus insgesamt über 13 Kilometer langen, hauchdünnen Aluminiumbändern – keines gleicht dem anderen. Unterm Teppich THE Magic Carpet – Pae White Spielerisch greift die Künstlerin Pae White das Motiv des fliegenden Teppichs auf, zugleich erinnert die Installation an den sprichwörtlichen Roten Teppich. Dass das rund 1.000 Quadratmeter große und 4,5 Tonnen schwere Kunstwerk aus Metall scheinbar so schwerelos schwebt, hätte ohne die Arbeit des Metallbearbeitungsspezialisten Arnold niemals realisiert werden können. Marcel Glapski (Bild oben) hat das Projekt begleitet. Wie knüpft man einen solchen Teppich? Ein großer Teil der Blechbearbeitung erfolgte direkt in der eigens im Check-In Bereich des Flughafens eingerichteten „Teppichweberei“. Unser Montageteam knüpfte aus 13.000 Metern farbbeschichtetem und 0,3 Millimeter dickem Aluminiumband einen einzigartigen metallischen Teppich mit künstlerisch geschwungenen Ornamenten. Tagsüber haben wir gewebt, nachts die fertigen Elemente stückweise in die Luft gehoben und montiert. Ist das Ganze denn auch sicher? Die Skulptur hängt an etwa 150 Seilen. Über 11.000 Schrauben und 100.000 Nieten halten alles so stabil zusammen, dass selbst bei einem Brand keine Teile herunterstürzen können. Geschenke des Himmels Sterntalerhimmel – STOEBO Wer im Ankunftsbereich nach unten schaut, blickt ins Firmament. Denn im Boden eingelassen sind Tausende Münzen, die den Sternenhimmel der südlichen und nördlichen Hemisphäre repräsentieren. Im Norden: alles, was abhebt – Engel, Raumfahrer, Bienen, fliegende Fische und Vögel. Im Süden: Exotisches – Palmen, die Pyramiden von Gizeh, Mount Rushmore und mehr. Gestaltet hat dies das Künstlerduo STOEBO; Cisca Bogman und Oliver Störmer. Nachbarn BER-Sonderausgabe

BER KOMPAKT 19 Was ist die Idee hinter dem Werk? Oliver Störmer: Hier lagern viele Bedeutungsschichten übereinander, die sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt haben. Zum einen – das sagt auch der Titel – haben wir die Repräsentation eines Sternenhimmels an einem Ort, dessen Programm Bewegung und Reisen ist. Ein weiterer Aspekt ist ein schelmischer Gedanke, der etwas mit Berlin zu tun hat. Versetzen wir uns in die Zeit zurück vor zehn Jahren. Damals war Klaus Wowereit der Regierende Bürgermeister mit seinem berühmten Satz: Berlin ist arm, aber sexy. Berlin war seinerzeit eine Stadt mit vielen Chancen, in der das Glück förmlich zum Greifen auf der Straße lag – im Fall des Stern talerhimmels sind diese Glücksmomente die zu Sternen gewordenen Geldstücke. Cisca Bogman: Ein weiterer Aspekt ist das Grimm’sche Hausmärchen vom selbstlosen Sternentaler. Das Mädchen kommt zu Geld, in dem es alles gibt. Störmer: Bei uns ist das verdreht, da fällt das Sternengold nicht in die Schürze, sondern heraus auf den Boden und bleibt sichtbar als Kosmos liegen. Bogman: Menschen, die aus fernen Ländern kommen, finden hier ihre eigene Währung, die man ja auf Entfernung schon erkennt. Das Kunstwerk sagt: Ihr seid in einem fremden Land, aber es ist schon etwas von euch hier. Man kommt an und findet ein Stück Heimat vor. Was ist für Sie der Reiz, sich an Wettbewerben für Kunst am Bau zu beteiligen? Störmer: Als Künstlerteam arbeiten wir oft mit dem Gedanken, an der Architektur selbst etwas zu verändern, am Vorhandenen etwas zu manipulieren und einzubringen, so wie wir es mit diesen speziellen Bodenfliesen getan haben. Die Architekten haben einen deutschen Jura-Marmor vorgesehen, der auch Ablagerungen und Sedimentation in sich trägt, Einschlüsse von Fossilien wie beispielsweise Ammoniten. Diese Münzen reihen sich ein und werden selbst zu Sedimenten. Himmelszeichen Untitled – Matt Mullican Auf dem Weg vom unterirdischen BER-Bahnhof in Richtung Airport City sind an den Wänden der Treppenaufgänge mit Hilfe von Sandstrahltechnik Bilder und Motive angebracht. Sein Schöpfer: der Künstler Matt Mullican. Wofür steht Ihr Werk am Flughafen? Es sind Pavillons, aber auch Übergangsbereiche. Ich finde es spannend zu schauen, wie Kunst an solchen Orten in transitorischen Situationen funktioniert und wie Menschen damit interagieren. Warum Icons? Die Bedeutung eines Objektes ist einfacher durch ein Bild zu transportieren als durch ein Wort. Gerade am Flughafen kommen verschiedene Sprachen, verschiedene Kulturen zusammen. Ich hoffe, sie alle finden sich in meiner Installation wieder. Werden Fluggäste nicht verwirrt sein und Ihre Kunst für offizielle Wegweiser halten? Ich glaube, die Menschen verstehen das. Sie werden eine Wand mit Icons sehen, keine Erklärung des Wegs zum Check-in oder Waschraum. Himmel auf Erden Open Sky Box – Takehito Koganezawa Zwischen Sicherheitskontrolle und Marktplatz leuchtet eine Installation als Abbild des Himmels in strahlendem Blau. Weiße Lichteffekte verstärken diese Wirkung und bringen bereits hier die Passagiere zum Schweben. Wandel gewunden Gadget – Olaf Nicolai Eine riesige Perlenkette windet sich um eine Fahrgastbrücke am Gate A17, jede einzelne Perle beleuchtet rund einen Meter im Durchmesser. Die Beleuchtung ändert sich; es gibt je ein Leuchtbild für Boarding, Abflug und Landung sowie ein viertes, wenn die Passagiere aussteigen. CG Bogman: Früher bezahlte man ja auch mit Muscheln, dem so genannten Moluskelgeld. Da schließt sich der Kreis. Nachbarn BER-Sonderausgabe

Unsere Publikationen

Flughafen Berlin Nachbarn Terminal Brandenburg Flughafens Menschen Region Willy Brandt

News