Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Nachbarn 10/2018

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Das Nachbarschaftsmagazin für die Flughafenregion.

14 UNTERWEGS IN DER

14 UNTERWEGS IN DER NACHBARSCHAFT Kirche ist, wo Menschen sind Wir sind nicht hier, um zu missionieren. Wir stehen Menschen bei – aus dem Glauben heraus“, sagt Manfred Mikoleit. Er engagiert sich seit einem Jahr ehrenamtlich bei der Flughafenseelsorge am Flughafen Schönefeld. Seine Kollegin Petra Habbig arbeitet seit drei Jahren am Flughafen Tegel mit. Sie ergänzt: „Es geht dabei um den ganzen Menschen, in seiner ganzen Persönlichkeit. Das verstehen wir unter Seelsorge.“ Sie und rund 30 weitere ehrenamtliche Mitarbeiter kümmern sich gemeinsam mit dem katholischen Jesuitenpater Wolfgang Felber und dem evangelischen Pfarrer Justus Münster um kleine wie große Sorgen der Reisenden und dem Flughafenpersonal. Der 71-jährige Mikoleit sagt: „Wir sind Mädchen für alles.“ Habbig, gebürtige Rheinländerin mit zwei Kindern, ergänzt: „Wir werden auch angesprochen, wenn jemand ein Gate sucht oder seinen Koffer verloren hat. Das ist aber eher eine Nebenaufgabe.“ Denn die 55-jährige hat beobachtet, dass die Zahl psychisch auffälliger und traumatisierter Personen zunimmt. „Es gibt immer mehr Obdachlose, immer mehr Gestrandete, die Hilfe benötigen.“ Auch die allgemeine Bedrohung durch Anschläge hat Auswirkungen. Sie sagt: „Nizza, Barcelona und Istanbul haben den Terror näher rücken lassen. Dadurch sind die Menschen unsicherer geworden. Die Nervosität ist da, und es ist eine andere Situation als noch vor vier oder fünf Jahren. Wenn du heute einen herrenlosen Koffer siehst, schlägt dein Herz schon woanders hin.“ Nachdem eine Germanwings-Maschine auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf abstürzte, waren Crews so traumatisiert, dass sie sich weigerten, in einen Flieger zu steigen. Habbig sagt: „Wir haben sie betreut. Denn Tod und Trauer gibt es auch hier am Flughafen, da ist Seelsorge und Empathie gefragt.“ In einer kurzen Grundausbildung lernen die Ehrenamtlichen wichtige Grundlagen für das seelsorgerische Gespräch, aber klären auch Sicherheitsfragen oder schauen sich die Seelsorge an anderen Flughäfen an. Mit diesem Rüstzeug sind sie dann gut erkennbar in violetten Westen unterwegs auf den Flughäfen. Nachbarn 10/2018

UNTERWEGS IN DER NACHBARSCHAFT 15 „Wir sind da für die Reisenden, bieten Gespräche oder auch einen Reisesegen an.“ Justus Münster, Flughafenseelsorger ¢ Im September 2019 beginnt eine neue Ausbildung. Interessenten, die ehrenamtlich mitarbeiten wollen, müssen Mitglied einer christlichen Kirche sein. Weitere Infos: www.flughafenseelsorge-berlin.de „Unsere Arbeit fußt auf drei Säulen“, sagt Pfarrer Justus Münster, „wir sind da für die Reisenden, bieten Gespräche oder auch einen Reisesegen an. Dann sind wir da für die Mitarbeitenden hier an den Flughäfen. Die dritte Säule ist die liturgische Feier.“ Auf dem neuen Flughafen BER gibt es eine Kapelle und einen Raum der Stille für muslimische Gläubige, in Schönefeld und Tegel nicht. „Liturgie braucht nicht unbedingt einen Raum. So haben wir beispielsweise einen Trolley zu einem mobilen Altar umfunktioniert und feiern Gottesdienst unter den Menschen“, sagt Münster, „oder wir singen Weihnachtslieder und schaffen so einen Raum der Geborgenheit. Weihnachtsgefühl wird auf diese Weise zu einem Ort. Denn Kirche ist, wo Menschen sind.“ Und wenn Kirche dort ist, wo Menschen sind, bedeutet dies auch, dass jede Begegnung Gottesdienst sein kann – auch für den ehrenamtlich Mitarbeitenden selbst. Mikoleit sagt: „Meine Arbeit hier ist auch ein Stückchen Selbst-Seelsorge, ich lerne Empathie und Zuhören.“ Seine Kollegin ergänzt: „Mir geht es im Leben so gut, da möchte ich was zurückgeben und ich bin dankbar, dass ich hier sein darf.“ CG Nachbarn 10/2018

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