Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Nachbarn 08/20

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8 NAH & FERN

8 NAH & FERN Erinnerungen an Riga Musen, Museen und Moor Erinnerungen sind so eine Sache. Manchmal erscheinen sie überfallartig und überschwemmen alles. Zuweilen schleichen sie sich an und überziehen alles mit einem silbernen Glanz. Hin und wieder kommen sie wie der Blitz und verschwinden genauso schnell wieder. Genau so ging es mir neulich mit den Erinnerungen an Riga, größte Stadt des Baltikums, die ich letztes Jahr besuchte. Lautes Möwengeschrei, quietscheblauer Himmel und diese windige Brise, die selbst in Berlin nach Küste schmeckt: All das spülte die Erinnerungen an Riga hoch, eine moderne Stadt mit Sinn für Tradition und Ästhetik. Erinnerungen, denen ich mich gerne hingab. Es war eine Woche voller Genüsse, kulinarischer wie kultureller, gewürzt mit Begegnungen sympathischer, freundlicher Menschen und einem unvergesslichen Ausflug ans Meer. In bester Erinnerung blieb mir der zentrale Gastro-Markt mit einer Halle, ganz dem Street-Food gewidmet. Was darf’s sein? Etwas typisch Lettisches? Farbenfroher Einstieg mit einem Teller Rote-Beete-Suppe. Anders als das russische Original bereiten die Letten sie als chalodni borschtsch zu, als Kaltspeise, die perfekte Erfrischung also an diesem heißen Sommertag. Lecker ging es weiter: Kaukaische Chinkali, asiatische Bao-Buns, japanische Okonomiyaki und russische Pelmeni – einmal um die ganze Welt in knapp zwei Dutzend Street-Food-Ständen (centralais.lv). Ein Hochgenuss war auch der Besuch der Altstadt mit seinem Jugendstil-Viertel. Hier Nachbarn 08/2020

NAH & FERN 9 museum, eines der ältesten seiner Art in Europa, am Ufer des Juglas-See. 118 historische Gebäude vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zur zweiten Hälfte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts machten den Spaziergang zur Zeitreise (www.brivdabasmuzejs.lv). Mein Highlight aber war das Museum für Rigaer Stadtgeschichte und Schifffahrt neben dem Rigaer Dom. In 16 Sälen erzählt es die Geschichte der Entstehung und Entwicklung von Riga in mehr als 800 Jahren. Beeindruckend: der im Stil des Klassizismus gebaute Kolonnensaal aus dem 18. Jahrhundert, der sich an der Stelle der ehemaligen Kloster räume befindet (www.rigamuz.lv). Mit dem Bummelzug ging es ans Meer. Jūrmala, der einzige lettische Kurort, verwöhnt seine Gäste mit einem malerischen Sandstrand von 26 Kilometer Länge. Ich blieb eine Nacht länger als geplant, so sehr zog mich alles in seinen Bann: die hölzernen Jugendstilvillen am Meer, die Sanatorien aus Sowjetzeiten, der harzige Duft der Kieferwäldern auf dem Wanderpfad im Großen Ķemeri Moor. Ich lief frühmorgens in den Sonnenaufgang hinein. Noch hatte die Sonne einige Ecken nicht erreicht, dunkle Seen glänzten im frühen Licht, fast glaubte ich, die Elfen noch tanzen zu sehen. Längs des Weges feuchte Moose, fliegenhungriger Sonnentau, schüchterne Küchenschelle. Die Gesänge der Bachstelze und des Baumpiepers waren mein Soundtrack, ganz in der Ferne der trompetende Ruf eines Kranichs (www.kemerunacionalaisparks.lv). Ein weiteres Museum unter freiem Himmel: Das Lettische Ethnographische Freilichtwar das Museum die Straße, ein Gebäude beeindruckender als das andere. An einer Stelle rankte und wuchs es steinern und stuckend um die Tür. Dort schlug ein prächtiger Pfau ein Rad in luftiger Höhe, flankiert von mystischen Gesichtern, gekrönt von einer furchterregenden Fratze. An anderer Stelle hielten kaum verhüllte Musen Kränze in den schlanken Händen. Wahrhaft lebendige Fassaden, kitschig und lebensfroh und so unendlich weit weg von der tristen Schießschacht-Architektur moderner funktionaler Gebäude. Wie wunderschön: all diese Erinnerungen kamen durch ein Geräusch, einen Duft, eine Ahnung. Damit sie länger nachklingen konnten, gab ich ihnen Raum und machte abends Blinis, jene hauchdünnen Pfannkuchen aus Buchweizenteig, die ich auch in Riga gegessen hatte. Statt der bittersüßen Moosbeerenkonfitüre bestrich ich sie mit Johannisbeergelee und krönte sie – natürlich – mit einem Klecks putukrējums, Schlagsahne. CG ¢ Fliegen Sie ab sofort wieder von Berlin nach Riga – mehrmals die Woche ab SXF mit Ryanair oder ab TXL mit Air Baltic. Weitere Infos zu Riga und Jūrmala: www.liveriga.com und www.latvia.travel. Nachbarn 08/2020

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