Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Nachbarn 08/20

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10 (Ab)wasser marsch in

10 (Ab)wasser marsch in Waßmannsdorf Unser Gespräch findet aufgrund der Coronalage ausnahmsweise telefonisch statt. Sehr schade – ich hätte mich vom Leiter des Klärwerks Waßmannsdorf, Michael Kempf, gerne über die 1,2 Mio.(!) m² große Anlage führen und mir alles erklären lassen. Rund ein Drittel des Berliner Abwassers sowie der Region bis ins mittlere Brandenburg wird hier geklärt, das sind täglich rund 190.000 m³. Derzeit läuft das Werk in der Notbesetzung, das heißt, nur die Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist vor Ort. In der Betriebsleitung wechselt sich Herr Kempf wöchentlich mit seinem Kollegen in der Büroanwesenheit bzw. im Home-Office ab. Wie funktioniert die Anlage über so einen langen Zeitraum in der halben Besetzung? „Zahlreiche Tätigkeiten wurden reduziert, so finden z. B. Kontrollen nur noch ein- statt zweimal pro Schicht statt. Wir haben bereits vor zwei Jahren mit einer Umstrukturierung begonnen und die Schichtarbeit auf ein Minimum reduziert, viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten daher in den Tagesdienst wechseln. Jetzt wurde ein Szenario ausgearbeitet, in dem das Werk mit Notbesetzung funktioniert.“ Er selbst kann der jetzigen Situation auch etwas abgewinnen: „Ansonsten bin ich oft bis zu viermal wöchentlich für Konferenzen in die Unternehmenszentrale im Berliner Zentrum gefahren, jetzt haben wir festgestellt, dass Besprechungen auch über Videotelefonie sehr gut funktionieren. Das erspart mir viele Stunden Fahrweg.“ Größer und moderner Damit das geklärte Wasser, welches in die Gewässer in der Region geleitet wird, möglichst schadstofffrei ist, werden die Prozesse im Klärwerk ständig optimiert. Für damit verbundene neue Techniken sind umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. „Derzeit machen wir Waßmannsdorf mit modernen Anlagen fit für die Zukunft, die Arbeiten sind bereits in vollem Gange“, erzählt Michael Kempf. Insgesamt belaufen sich die Investitionsmaßnahmen auf ca. 500 Mio. Euro. Bereits gebaut wurde u.a. ein Mischwasserspeicher, in dem z. B. bei Starkregen das Mehrwasser gepuffert und dann gereinigt wird, wenn die Kapazitäten dafür vorhanden sind. So wird ein Überlaufen der Kanalisation verhindert. Weiterhin entstehen im Klärwerk zwei zusätzliche Abwasserreinigungslinien, die u. a. dafür sorgen, dass mehr Stickstoff aus dem Abwasser entfernt wird und somit die Gewässer weiter entlastet werden. Schon jetzt versorgt sich das Klärwerk zu 80 Prozent selbst mit Strom und mit Wärme – diese entsteht durch Verwertung des bei der Schlammfaulung produzierten Methangases. Im Zuge der Investitionen wird das Werk auch um eine Klärschlammverwertungsanlage erweitert, die eine sichere Entsorgung der stinkenden Kalorienbombe inklusive Phosphorrückgewinnung sichert. Schlamm macht warm Als großer Arbeitgeber in der Region ist das Klärwerk Waßmannsdorf hier gut verankert, zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus der Gegend. Und natürlich gibt es eine enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden und umliegenden Firmen. So lässt auch der Flughafen Schönefeld sein Abwasser in Waßmannsdorf reinigen. Perspektivisch kann die aus dem Abwasser und bei der Klärschlammverwertung gewonnene Wärme auch extern abgegeben werden. „Hier sind wir bereits mit potenziellen Abnehmern im Gespräch“, sagt Michael Kempf. Man könnte sagen: Abwasser heizt künftig die Region. Nachbarn 08/2020

11 Mehr als 40 Jahre bei den Berliner Wasserbetrieben Michael Kempf ist gebürtiger Charlottenburger, wo er bis heute mit seiner Familie wohnt. Er arbeitet bereits, mit kurzer Unterbrechung, seit 1977 bei den Berliner Wasserbetrieben. Zunächst hat er im Unternehmen eine Lehre als Maschinen schlosser absolviert. Anschließend studierte er auf dem zweiten Bildungsweg Versorgungs- und Energietechnik an der TFH (heute Beuth Hochschule). Danach wurde er von seinem ehemaligen Vorgesetzten direkt wieder zurückgeholt und war dann viele Jahre im Klärwerk Ruhleben tätig, zuletzt auch als Chef. Dort hat er umfangreiche Modernisierungs maßnahmen begleitet, was schließlich der Grund dafür war, dass er 2018 als Werkleiter nach Waßmannsdorf geholt wurde, von wo aus er übrigens auch das benachbarte Klärwerk Stahnsdorf mitleitet. Hier kann er seine Erfahrungen aus Ruhleben einbringen. Der Arbeitsweg von seinem Zuhause in Charlottenburg ist jetzt ein bisschen weiter, aber die spannende Aufgabe, das Werk zu modernisieren, reizt ihn: „Ich hatte schon immer großes Interesse daran, komplexe Prozesse zu betrachten und dann zu überlegen: Wo kann man schleifen und optimieren? Ich freue mich, dass ich eine solche Mammutaufgabe nach Ruhleben nun auch in Waßmannsdorf begleiten darf.“ DA „Ich freue mich, dass ich eine solche Mammutaufgabe nach Ruhleben nun auch in Waßmannsdorf begleiten darf.“ Michael Kempf, Leiter Klärwerk Waßmannsdorf Nachbarn 08/2020

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