Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Nachbarn 04/2019

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Liebe Leserin, lieber

Liebe Leserin, lieber Leser Bei einer Fortbildung sprachen wir über eine wenig bekannte Stelle aus dem Buch des Propheten Jeremia. Er starb 585 vor Christi Geburt – sein Text ist also 2500 Jahre alt – und wird immer noch gelesen, weil er aktuell ist. Jeremia schreibt an eine Gruppe des jüdischen Volkes, das von einem fremden König, Nebukadnezzar, ins Exil entführt worden war – nach Babylon, 1.000 Kilometer weit weg von Jerusalem. Es waren vor allem die Einflussreichen und Honoratioren. Statt zu sagen: „Ihr seid an einem schlimmen Ort, richtet euch da nicht ein, macht dass ihr schnell wegkommt“ schreibt Jeremia: „Baut euch Häuser und richtet euch darin ein! Legt euch Gärten an, denn ihr werdet noch lange genug dortbleiben, um zu essen, was darin wächst! … Suchet der Stadt Bestes … und betet für sie zum Herrn; denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl!“ (Jeremia 29,1-14). Warum schreibe ich das in der Kolumne für Nachbarn? Nun, einige meiner Bekannten sagen: „Wie kannst du am Flughafen arbeiten? Das widerspricht doch jeglicher Ökologie, das geht doch nicht.“ Und da hilft mir der Text von Jeremia: ich arbeite gern am Flughafen, weil sich hier so viele Menschen und ihre Schicksale kreuzen. Biblisch gesagt: ich bin zwar nicht in Jerusalem, aber am Flughafen ist Gott genau so präsent wie in Babylon. Der Flughafen ist „meine Stadt“, deren Bestes ich will. Gott ist hier anwesend mit seinem Versprechen - wieder mit Jeremia: „Mein Plan mit euch steht fest: Ich will euer Glück und nicht euer Unglück, denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben.“ Gott verspricht seinem Volk im Exil, dass sie nach einer gewissen Zeit wieder nach Jerusalem zurückkehren werden – am Flughafen wünscht man sich „safe return“, komm heil wieder. Mit diesem Vertrauen, dass Gott auch am Flughafen ist, bleibe ich. Wolfgang Felber Flughafenseelsorger ANZEIGE Impressum Herausgeber: Flughafen Berlin Brandenburg GmbH in Kooperation mit ELRO Verlagsgesellschaft mbH Eichenallee 8, 15711 Königs Wusterhausen ( (03375) 24250 / www.elro-verlag.de Auflagenzahl: 65.000 Verantwortlicher Redakteur der ELRO Verlagsgesellschaft mbH: Manfred Tadra ( (033764) 463102 m.tadra@elro-verlag.de Verantwortlich für Anzeigen: Jörg Kobs ( (0175) 167 43 38 j.kobs@elro-verlag.de Verteilgebiet: Flughafenregion Berlin-Brandenburg Chefredaktion (V.i.S.d.P.): Hannes Stefan Hönemann ( (030) 6091-70100 Ressortleiter Verlagsthemen: Vesa Elbe Gestaltung und Realisation: Oliver Otto Redaktion: Christian Franzke (CF) – verantwortlich, Donate Altenburger (DA), Nancy Biebach (NB), Wolfgang Felber (WF), Clemens Glade (CG), Ulf Gorgas (UG), Annika Hennebach (AH), Dr. Kai Johannsen (KJ), Jörg Kobs (JK), Oliver Kossler (OKS), Rosemarie Meichsner (RM), Ismeta Mustafic-Hasific (IMH), Sabine Röhm (SR), Simon Miller (SM), Manfred Tadra (MT), Ralf Wagner (RW), Redaktion (red) Bildquellen: Günter Wicker (S. 1, 4, 6, 12, 13, 14), Wolf Lux (S. 2), Privat (S. 3), Annika Bauer (S. 5), Oliver Kossler (S. 7), Andreas Kämper (S. 8), Michael Dorn (Seite 9), Fotolia (S. 10, 11), Manfred Tadra (S. 15, 16, 19), Oberstufenzentrum Landkreis Dahme-Spreewald (S. 18) Nachbarn 04/2019

5 Zwischenlandung für die Seele Sabine Röhm und ihre Lila-Westen Wer aufmerksam durch die verschiedenen Terminals in Tegel und Schönefeld gelaufen ist, hat sie sicherlich schon einmal wahrgenommen: Die Rede ist von den Lila-Westen der ökumenischen Flughafenseelsorge. Seit gut zwölf Jahren gibt es das Angebot der Flughafenseelsorge an den Berliner Flughäfen. Ganz frisch dabei, und doch kein Neuling mehr, ist Sabine Röhm. Von der Gemeindepfarrerin zur Flughafenseelsorgerin Röhm, Anfang Fünfzig mit jugendhaftem Charme, kam sozusagen über den „zweiten Bildungsweg“ in ihr heutiges Tätigkeitsfeld. „In meinem früheren Leben habe ich einen ganz normalen Bürojob ausgeübt. Die Tätigkeit als Fremdsprachensekretärin hat mich jedoch nicht wirklich erfüllt.“ Erst mit Ende Zwanzig kam ihr die Eingebung, Theologie zu studieren. Nach dem bestandenen Examen an der HU-Berlin folgte der Entsendungsdienst und schließlich die Pfarrstelle in Moabit, die sie die letzten zehn Jahre innehatte. „Es war ein schwieriger Abschied von meinen fast 12.000 Gemeindemitgliedern. Viele der Ansässigen waren wie eine Familie für mich.“ Ähnlich intensiv erwartet Röhm auch ihre neue Aufgabe, die nun zu je fünfzig Prozent aus Feuerwehr- und Flughafenseelsorge besteht. „Der Flughafen ist eine eigene Welt, hier ziehe ich mir die Weste über, mache die Tür auf und gehe zu den Leuten – Kirche vor Ort sozusagen, mitten in der Welt- großartig“, schmunzelt sie. Seit rund zwei Monaten ist die Mutter zweier Kinder hauptamtlich an den Flughäfen unterwegs. Fokus: Präsenz zeigen Zusammen mit ihrem katholischen Kollegen Wolfgang Felber (siehe Kolumne „Worte auf den Weg“) koordiniert sie seitdem die Arbeit des rund 30-köpfigen Seelsorgeteams. „Ich baue auf die tolle Arbeit meines Vorgängers Justus Münster auf. Unsere Hauptaufgabe besteht auch weiterhin darin, präsent zu sein und Gesprächsbereitschaft zu signalisieren. Dabei unterscheiden wir Gespräche, die über drei Minuten dauern, und kurze Kontakte, die darunterliegen.“ Insgesamt kommen die ehrenamtlichen Seelsorger auf 30 Kontakte pro Schicht. Die Themenpalette ist breit gefächert. „Das reicht von familiären Streitigkeiten über generelle Ängste und Sorgen bis hin zum Abschiednehmen. Natürlich wollen wir proaktiv helfen – manchmal sind wir aber einfach nur da und s chweigen. Generell werde ich auch nur dann tätig, wenn mir die betroffenen Personen ein klares Signal geben, denn wir sind nicht da um zu missionieren.“ Die Angebote der Flughafenseelsorge richten Röhm und ihr Team sowohl an Reisende als auch an die Angestellten der Flughäfen. „Wir sind nicht da, um zu missionieren.“ Sabine Röhm, Flughafenseelsorgerin Ausbildung startet im August Ab August wird wieder intensiv geschult und trainiert, verrät Röhm. „Bei unserer kompakten 3-monatigen Ausbildung bilden wir die neuen Flughafenseelsorgerinnen und Seelsorger aus.“ Unterstützung bekommen die neuen Trägerinnen und Träger der Lila-Westen von den schon Erfahrenen, die im Mentoringprogramm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der Eröffnung des BER sieht Röhm schon mit Spannung entgegen, „immerhin erwartet uns dort eine eigene Kapelle, die uns auch ein Stück neue Heimat schenken wird.“ CF Nachbarn 04/2019

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