Die FBB betreibt den Flughafen Schönefeld und über ihre Tochtergesellschaft BFG den Flughafen Tegel. Im Jahr 2018 wurden an den Flughäfen rund 34,7 Millionen Passagiere befördert. Damit ist Berlin der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Um die nötigen Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen, entsteht derzeit der neue Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt am Standort Schönefeld.
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Geschäftsbericht 2017

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Portraits, Finanzen, Perspektiven: Im Geschäftsbericht präsentiert die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH die wichtigsten Geschäftsfelder, aktuelle Bilanzen und jüngste Entwicklungen.

138 | Flughafen Berlin

138 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH nosen für das Jahr 2040 gehen von einem Wachstum am Standort auf rund 55 Mio. Fluggästen aus. Der Anteil an Direktverkehren wird dabei bei 85 bis 90 % liegen. Dies erfordert für den Flughafen und dessen weitere Entwicklung mehr Flexibilität und Konzentration sowie mehr Terminalfläche für Sicherheitskontrollen, die Gepäckabfertigung und Check-In. Aus diesem Grund wurde 2017 das Projekt „Masterplan BER 2040“ umgesetzt. Der Masterplan ist ein Strategiepapier, das die Umsetzung des infrastrukturellen und städtebaulichen Leitbilds vor dem Hintergrund der stark steigenden Fluggastzahlen beschreibt. Ziel des Masterplans ist auch die Förderung der wirtschaftlichen und strukturellen Entwicklung der Region. Der Masterplan stellt die generelle Verortung und den zeitlichen Bedarf an Fluggastanlagen, Flugbetriebsflächen, betriebsnotwendigen Gebäuden und der Medien- und Verkehrserschließung dar. Darüber hinaus definiert er Flächen und Umfang der Immobilienentwicklung am Standort BER. Dabei orientiert er sich an den drei Leitideen, die dem Auftrag der Entwicklung eines Masterplans von Anfang an zugrunde lagen: 1. Zentrale, flexible Terminalinfrastruktur schaffen 2. Neue Airport City als urbanen Ort entwickeln 3. Vernetzte Mobilität / Intermodale Konnektivität herstellen Gestützt auf die Luftverkehrsprognose und weitere Planungsprämissen wurde der Bedarf für die Fortentwicklung der Infrastruktur ermittelt. Am BER wird im Vergleich zu anderen Flughäfen dieser Größenordnung, wie heute auch, ein sehr differenzierter Airline-Mix prognostiziert. Ein klassischer Home Carrier, der das Verkehrsmuster dominiert und eine Hubstruktur entwickelt, fehlt. Die Nachfragesteigerung findet, begründet durch die Attraktivität der Stadt Berlin, im Lokalaufkommen statt. Dem Umsteigeverkehr kommt keine Schlüsselrolle zu. Der landseitige Zugang (Terminals) sowie die Erreichbarkeit muss folglich weitgehend auf diese Verkehrslast eingestellt werden. Der innereuropäische Verkehr dominiert mit ca. 90 Prozent das Aufkommen und wird mit Luftfahrzeugen der Kategorie C und teils sehr kurzen Wendezeiten (20 – 30 Minuten) abgewickelt. Dies erfordert effiziente Prozesse auf Abfertigungsvorfeldern und im Terminal mit seinen Pier-Strukturen. Abseits gesicherter Prognosen ist dem Langstrecken- und Umsteigeverkehr gleichwohl Beachtung zu schenken. Der Luftverkehrsmarkt ist insgesamt sehr volatil. Low-Cost-Carrier in Asien, Amerika und auch in Europa dringen zunehmend in den Point-to-Point Langstreckenmarkt vor und werden sich auch mit anderen Carriern vernetzen. Die Infrastruktur muss flexibel auf diese Entwicklungen reagieren können. Der Aufsatzpunkt für den Masterplan BER 2040 stellt den Bestand zum Zeitpunkt 2017 dar. Das Ausbauprogramm, im Jahr 2015 entwickelt, wurde kritisch überprüft, modifiziert und ebenso wie dringliche kurzfristige Maßnahmen zur Betriebsoptimierung Schönefelds in die Masterplanung integriert. Vieles am neuen Flughafen BER ist bereits so angelegt, dass es dem prognostizierten Wachstum Stand hält. Mit den beiden am BER existierenden Start- und

Unsere Zahlen | 139 Landebahnen können die erforderlichen Flugbewegungen für 55 Mio. Passagiere im Jahr 2040 gut abgefertigt werden. Auch der neue Bahnhof direkt unter dem Terminal 1 ist mit seinen sechs Gleisen so angelegt, dass genügend Kapazität für die hier ankommenden Passagiere mit Fern-, Regional- und S-Bahn sowie dem Airport Express bereitstehen. Zur Bewältigung des prognostizierten Passagiervolumens bis 2040 ist der Ausbzw. Neubau von Terminals sowie von Flugbetriebsflächen und betriebsnotwendigen Gebäuden erforderlich. Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) kann diese Kapazitäten am BER bereitstellen. Der Masterplan BER 2040 definiert den schrittweisen und bedarfsgerechten Ausbau des neuen Flughafens BER in vier Phasen. D. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft In der Gesamtbetrachtung sieht die Geschäftsführung die FBB als gut aufgestellt für eine positive weitere Entwicklung. Ziel ist es, den Flughafen BER so zügig wie möglich fertig zu stellen. Die Geschäftsführung hat deswegen die BER-Risiken kritisch analysiert und einen Inbetriebnahmetermin definiert, der unternehmerisch verantwortlich und für die FBB und ihre Partner belastbar und sicher ist. Zudem wird die FBB 2018 weiter in die Bestandsflughäfen Schönefeld und Tegel investieren, damit dort ein möglichst reibungsarmer Betrieb möglich ist. Weitere Ausbauarbeiten sind mit der Masterplanung eng verzahnt. Schönefeld, 15. März 2018 Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup Heike Fölster Dr. Manfred Bobke-von Camen

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