Die FBB betreibt den Flughafen Schönefeld und über ihre Tochtergesellschaft BFG den Flughafen Tegel. Im Jahr 2018 wurden an den Flughäfen rund 34,7 Millionen Passagiere befördert. Damit ist Berlin der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Um die nötigen Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen, entsteht derzeit der neue Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt am Standort Schönefeld.
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Geschäftsbericht 2017

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Portraits, Finanzen, Perspektiven: Im Geschäftsbericht präsentiert die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH die wichtigsten Geschäftsfelder, aktuelle Bilanzen und jüngste Entwicklungen.

126 | Flughafen Berlin

126 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH B.4 Schließung des Flughafens Tegel nach Inbetriebnahme des BER Vor dem Hintergrund der baulichen Fertigstellung und Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg ist die Schließung des Flughafens Tegel geplant. Der Widerruf der Betriebsgenehmigung wird sechs Monate nach Eröffnung der künftigen Start- und Landebahnen wirksam 1 . Die Planfeststellung ist damit aufgehoben 2 . Diese Rechtslage hat sich durch den Volksentscheid im Land Berlin nicht verändert. Mit der Schließung des Flughafens Tegel können Kosten für die Beseitigung von Gebäudeschadstoffen sowie für die Sanierung von Bodenaltlasten entstehen. Deren Umfang kann erst nach Rückgabe durch entsprechende Gutachten abschließend festgestellt werden. Diese Gutachten werden durch die Vertragsparteien jeweils gemeinsam beauftragt. Die BFG kann auf vertraglicher Basis für die in diesen Gutachten genannten Schäden haftbar gemacht werden. Es besteht damit für die BFG das Risiko der Kostenübernahme für eine Beseitigung von möglichen Gebäudeschadstoffen oder Bodenaltlasten Dem Risiko wurde durch die Bildung von Rückstellungen und der Erfassung von Abschreibungen Rechnung getragen.. B.5 Schadensersatzansprüche wegen Verschiebung der BER-Inbetriebnahme Der FBB liegen Anspruchsschreiben von Dienstleistern, Mietern, Airlines und weiteren Unternehmen mit der Forderung auf Schadensersatz/Regress aufgrund der Verschiebung der ursprünglich für den 3. Juni 2012 avisierten Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg vor. Die überwiegende Anzahl der Schreiben macht die Forderungen zunächst nur dem Grunde nach geltend; beziffert sind die Anspruchsschreiben in den wenigsten Fällen bzw. allenfalls mit Schätzungen versehen. Aus diesem Grund lässt sich derzeit keine abschließende Aussage über die gesamte Höhe der Forderungen der einzelnen Anspruchsteller machen. Zum Jahresende 2017 waren zwölf Klage- bzw. Mahnverfahren anhängig, die Schadensersatzansprüche wegen der verschobenen Inbetriebnahme betreffen. Die FBB geht weiterhin davon aus, dass ein Teil der Forderungen über gerichtliche Streitigkeiten geklärt werden wird, da es rechtliche Fragestellungen zu klären gibt. Erkennbare Risiken wurden im Jahresabschluss durch die Bildung von Rückstellungen berücksichtigt. 1 Bescheid über den Widerruf der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Berlin-TXL 2004 2 Bescheid über die Entlassung der Anlagen und Flächen des Flughafens Berlin-Tegel aus der luftverkehrsrechtlichen Zweckbestimmung (Aufhebung der Planfeststellung) 2006.

Unsere Zahlen | 127 B.6 BER-Projektverlauf Der am 1. September 2017 ausgereichte Rahmenterminplan (RTP) zur baulichen Fertigstellung des BER, inkl. der Vorlage der mängelfreien Prüfprotokolle für sicherheitsgerichtete Anlagen, sah eine Fertigstellung zum 31. August 2018 vor. Dieser Terminplan wurde bis zum Jahresende 2017 fortgeschrieben und in Abstimmung mit allen BER Projektbeteiligten präzisiert. Im Ergebnis ist eine Inbetriebnahme des BER im Oktober 2020 vorgesehen. Eine Evaluierung des RTP durch weitere wichtige externe Projektbeteiligte wie Prüfungs-instanzen (TÜV), Projektplaner und Projektsteuerer ist erfolgt. Die Expertise aller Beteiligten ergab unabhängig voneinander eine Übereinstimmung in der Einschätzung der Erreichbarkeit des nunmehr ermittelten Eröffnungstermins des BER. Die derzeit größten Risiken bei der baulichen und genehmigungsrechtlichen Fertigstellung des BER liegen in den 5 Brandmeldeanlagen, der Sicherheitsbeleuchung/Sicherheitsstromversorgung und der Steuerung der maschinellen Entrauchungsanlagen. Die genannten Risiken sind Gegenstand besonderer und regelmäßiger Überwachungsmaßnahmen. B.7 Finanzierung und Finanzinstrumente Infolge der Verschiebung der Inbetriebnahme 2013 wurde ein erhöhter Finanzierungsbedarf in Höhe von EUR 2,2 Mrd. für Baumehrkosten, notwendige Erweiterungsmaßnahmen und Kapitaldienst identifiziert. Nach Prüfung verschiedener Finanzierungsvarianten wurde in Abstimmung mit den Gesellschaftern der FBB beschlossen, den Finanzierungsbedarf hälftig mit Mitteln von Gesellschaftern sowie über zusätzliche Fremdkapitalaufnahmen zu finanzieren. Seitens der Gesellschafter wurden die Mittel mit nachrangigen Darlehen in Höhe von EUR 1,107 Mrd. mit einer Laufzeit von 20 Jahren zur Verfügung gestellt. Die Fremdkapitalaufnahme erfolgt im Rahmen einer neuen Konsortialfinanzierung über bis zu EUR 2,5 Mrd. und einer Laufzeit von 10 Jahren, die zusätzlich zu den EUR 1,1 Mrd. eine Tranche in Höhe von bis zu EUR 1,4 Mrd. zur Refinanzierung der bestehenden Konsortialfinanzierung beinhaltet, welche im Februar 2017 vollzogen wurde. Sie wird in voller Höhe, wie die bisherige BER-Langfristfinanzierung, durch Bürgschaften der drei Gesellschafter der FBB besichert. Die neue Konsortialfinanzierung konnte im Vergleich zur Konsortialfinanzierung aus 2009 zu deutlich optimierten Konditionen abgeschlossen werden. Risiken aus dem Anstieg des Zinsniveaus sichert die FBB variabel verzinsliche Kreditgeschäfte mittels des Abschlusses von Zinsswaps ab. Aus der Festlegung eines konkreten Inbetriebnahmetermins für den BER mit Oktober 2020 ergeben sich Kündigungsmöglichkeiten für die Finanzierungsverträge im Rahmen der langfristigen Finanzierung. Aufgrund des günstigen Kapitalmarktumfeldes, der langjährigen Geschäftsbeziehungen mit den bestehenden

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