Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Geschäftsbericht 2017

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Portraits, Finanzen, Perspektiven: Im Geschäftsbericht präsentiert die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH die wichtigsten Geschäftsfelder, aktuelle Bilanzen und jüngste Entwicklungen.

106 | Flughafen Berlin

106 | Flughafen Berlin Brandenburg GmbH Im Frühjahr/Sommer 2017 ergaben sich bei der Air Berlin Abfertigungsprobleme. Ausgelöst wurden diese neben der geplanten Aufstockung von Flügen insbesondere durch den Wechsel der Abfertigungsgesellschaft. Verbesserungen der Situation waren im Laufe des Sommers erkennbar, wurden aber bis zum Insolvenzantrag der Air Berlin am 15. August 2017 nicht vollständig umgesetzt. Mitte Oktober hat Air Berlin alle Langstreckenflüge ab Berlin eingestellt und die Airbus A330-Flotte an die Leasingunternehmen zurückgegeben. Trotz starker Marketinganstrengungen, das Vertrauen der Passagiere zu erhalten, wurden weniger Air-Berlin-Flüge gebucht, was sich auch auf die Passagierzahlen von und nach Berlin ausgewirkt hat. Am 27. Oktober 2017 fand der letzte Flug der Air Berlin statt. Andere Fluggesellschaften konnten den Bedarf – auslastungsbedingt – nicht vollständig decken. Seit Oktober 2017 setzten deshalb verschiedene Fluggesellschaften Großraummaschinen auch innerhalb Deutschlands und Europas ein. Die operativen Probleme der Air Berlin und die anschließende Insolvenz spiegeln sich in den Verkehrszahlen wider. Ab September 2017 sind die Passagierzahlen am Flughafen Tegel im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Neue Fluggesellschaften bzw. Ziele, die in Berlin Tegel begrüßt werden konnten, waren u. a. Air Canada rouge nach Toronto, Rusline nach Kaliningrad, Mykonos und Faro mit Eurowings, LOT nach Warschau. Durch die von Ryanair im September 2016 stationierten zusätzlichen vier Flugzeuge wuchs das Passagieraufkommen am Flughafen Schönefeld im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 %. Zusätzlich stationierte die easyJet ein zwölftes Fluggerät in Schönefeld. Das Aufkommen der Ryanair stieg um 23,4 % auf 5,04 Millionen Passagiere, das von easyJet um 9,6 % auf 5,09 Millionen Passagiere. Neue Ziele, die durch das Engagement ab Berlin-Schönefeld in 2017 hinzu kamen waren u.a.: Kerry, Eilat, Billund, Krakau, Lwiw und Chişinău. Im Streckenvergleich innerhalb Deutschlands ist München weiterhin mit über 2,0 Millionen Passagieren im Jahr 2017 (+1,4 %) die am meisten genutzte innerdeutsche Strecke ab Berlin. In Europa stellt neben London und Paris, Zürich mit fast 1,1 Millionen Passagieren ein attraktives Ziel dar. b) Frachtaufkommen Über die Frachtanlagen der Berliner Flughäfen wurden 2017 rund 90.000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen (+ 2 %), wobei jeweils 20 % China bzw. die USA als Ziel hatten. Die ins Flugzeug verladene Fracht lag mit 49.291 Tonnen um 4,9 % über dem Vorjahr. Hinzu kommen 4.392 Tonnen, die per Nachtluftpost transportiert wurden.

Unsere Zahlen | 107 B.2 Commercial-Management Die Geschäftsentwicklung im Commercial Segment ist im Jahr 2017 erneut positiv verlaufen. Weiter steigende Passagierzahlen sowie erlössteigernde Maßnahmen haben sich im Vergleich zum Vorjahr in nahezu allen Segmenten positiv auf die Ertragslage ausgewirkt. Während der Standort Tegel eine negative Erlösabweichung zum Vorjahr aufweist, konnten am Standort Schönefeld jedoch die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden, so dass die Umsatzerlöse für das Non-Aviation-Geschäft in Summe von EUR 59,7 Mio. auf EUR 61,4 Mio. nochmals angestiegen sind. Insbesondere in den Segmenten Parken und Gastronomie ist das Ertragsniveau über beide Standorte gesamthaft betrachtet im Vorjahresvergleich deutlich gestiegen. a) Flughafen Tegel In 2017 konnte das Erlösniveau aus 2016 nicht erreicht werden. Zwar wurde das Retail- und Gastronomieangebot für Passagiere am Flughafen Tegel weiter optimiert, jedoch wurden die hieraus resultierenden positiven Erlöseffekte von der Air Berlin-Insolvenz und den damit verbundenen Passagierrückgängen überkompensiert. Besonders stark wirkt sich die Insolvenz von Air Berlin auf die Segmente Duty Free / Duty Paid und Parken aus. Beim Parken konnten die Erlöse des Vorjahres trotz erneuter Preissteigerungen im öffentlichen Parken nicht erzielt werden. Lediglich im Segment Gastronomie liegen die Erlöse in 2017 wieder deutlich über dem Vorjahr. Die Ertragslage im Segment Flughafenwerbung ist weiterhin erfreulich. Hier konnte das Niveau des Vorjahres leicht übertroffen werden. b) Flughafen Schönefeld Für den Bereich Non Aviation ist das Geschäft am Flughafen Schönefeld in 2017 sehr positiv verlaufen. In nahezu allen Segmenten konnte von weiter steigenden Passagierzahlen profitiert werden. Zusätzlich wurden zahlreiche Maßnahmen, zum Beispiel auf der Landseite in Terminal A bzw. im Außenbereich zwischen Terminal A und C, umgesetzt, um der steigenden Nachfrage Rechnung zu tragen und die Attraktivität der Angebote für Passagiere noch weiter zu steigern. Insbesondere das Parken und der Einzelhandel trugen in Schönefeld maßgeblich zur positiven Ertragsentwicklung bei. Dank marktorientierter Preisanpassungen, der Eröffnung des Premium-Parkhauses P4 sowie dem Ausbau der online Vorausbuchungsplattform konnte nochmals eine deutliche Steigerung von über 20 % bei den Parkerlösen erzielt werden. Durch die weitere Optimierung des Werbeportfolios wurde im Bereich der Flughafenwerbung das Erlösniveau des Vorjahres erreicht.

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