Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Gate 70 Sommer 2013

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16 Gate 70 Aus dem Unternehmen Interview „Ein bisschen mehr Gelassenheit würde uns allen gut tun.“ Interview mit Flughafenchef Hartmut Mehdorn.

Foto: Günter Wicker Gate 70 Interview Aus dem Unternehmen Herr Mehdorn, vor gut einem Jahr hätte BER, der neue Flughafen Berlin Brandenburg, ans Netz gehen sollen. Wann werden Sie den Eröffnungstermin bekannt geben? Hartmut Mehdorn: Das hängt davon ab, wie schnell wir mit den Restarbeiten und mit deren Abarbeitung durch unser Beschleunigungsprogramm SPRINT vorankommen. Mit unserem Aufsichtsrat ist verabredet, dass wir im Herbst eine Gesamtplanung mit den Elementen Strategie und Geschäftsplan, Termin und Kostenentwicklung für die nächsten Jahre vorlegen werden. Bis dahin ist noch viel zu tun, um Sicherheit für eine solche Planung zu erhalten. Sie sind seit März Flughafenchef. Was ist inzwischen passiert? Hartmut Mehdorn: Unmittelbar nachdem ich den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen habe, also Mitte März 2013, habe ich für das Beschleunigungsprogramm SPRINT ein Team von rund 70 Leuten aus dem ganzen Haus zusammengestellt, das nun seit dem 1. Mai in einem Großraumbüro direkt auf der Baustelle arbeitet. Für jedes noch unfertige Gewerk auf der Baustelle gibt es einen Modulmanager. Dessen Aufgabe ist es, die sich aus der Bestandsaufnahme ergebenen Punkte direkt auf der Baustelle umzusetzen und deren Ausführung zu kontrollieren. Er hat auch klare Kompetenzen für die in seinem Bereich zu erledigenden Arbeiten. Kostenentscheidungen oder Überschneidungen mit anderen Modulen bespricht er an Ort und Stelle mit den Mitglie- dern des Project Management Office (PMO). Das ist ein Gremium, für das ich auch externe Sachverständige verpflichtet habe. In Zweifelsfällen können sich die PMO-Mitglieder direkt an die Geschäftsführung wenden. Auch ich bin täglich vor Ort. Auf diesem Campus schicken wir uns gegenseitig keine Mails und telefonieren auch nicht – wir sprechen direkt miteinander. Und dokumentieren dann auch sofort die getroffenen Entscheidungen. Hat sich denn auf der Baustelle etwas getan? Hartmut Mehdorn: Es geht voran, ja. Aber wir müssen und werden in den nächsten Wochen weiter an Tempo aufnehmen. Mit Ihrem Vorschlag, den BER schrittweise zu eröffnen, haben Sie sich von der Politik Widerspruch eingehandelt. Hartmut Mehdorn: Nicht bei allen. Wir arbeiten daran, einzelne Gebäude, die fertig sind, schon mal in Betrieb zu nehmen. Was kann daran falsch sein? Ich jedenfalls habe bereits in den ersten Wochen meiner Tätigkeit hier gelernt, dass die Inbetriebnahme eines neuen Flughafens genau so komplex ist wie dessen Bau. Da habe ich die Frage gestellt, ob man mit einer schrittweisen Eröffnung nicht die Risiken minimieren könnte. Noch haben wir ja den Flughafen Tegel und den alten Flughafen Schönefeld. Inzwischen hat auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Ministerpräsident Platzeck, gesagt, dass es keine Denkverbote gibt. Aber letztlich bleibt das eine Entscheidung der Gesellschafter, nämlich der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Bundesrepublik Deutschland. Sowohl Beifall als auch Buh-Rufe haben Sie für den Vorschlag bekommen, den Flughafen Tegel auch über die Eröffnung des BER hinaus offen zu halten. Die Tegel-Fans im Westteil der Stadt jubeln, doch die Politiker schütteln überwiegend die Köpfe. Hartmut Mehdorn: Ich bin weder Nostalgiker noch Ideologe. Aber Denkverbote können wir uns nicht leisten. Daher sage ich: Ich halte den bislang festgeschriebenen Automatismus der Schließung von Tegel spätestens sechs Monate nach der Eröffnung des BER für ein Damoklesschwert, das ein schnelles und reibungsloses Funktionieren von BER gefährden kann. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. 17 Inzwischen scheint sich in der Öffentlichkeit auch die Ansicht zur verfestigen, dass der BER bereits bei seiner Eröffnung an seine Kapazitätsgrenze kommen würde. Was sagen sie zu dieser Kritik? Hartmut Mehdorn: Das sind Reden von so genannten Experten, die die realen Gegebenheiten und geplanten Prozesse beim BER gar nicht beurteilen können. Ich denke, ein bisschen mehr Gelassenheit würde uns allen gut tun. Wir sollten schauen, was geht. Und nicht immer sofort sagen, dass etwas nicht geht. Übrigens: In Tegel fertigen wir ein Vielfaches an Gästen mehr ab als ursprünglich zur Eröffnung geplant. Das Gespräch führte Peter Hauptvogel.

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