Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

Aufrufe
vor 8 Jahren

Gate 69 Frühjahr 2013

  • Text
  • Berlin
  • Berliner
  • Tegel
  • Flughafen
  • Airberlin
  • Albrecht
  • Schwaben
  • Passagiere
  • Flughafenberlin
Die ganze Welt des Flughafens: Unser Kundenmagazin informiert Sie viermal im Jahr über die Flughäfen Schönefeld und Tegel und den Flughafen Berlin Brandenburg, neue Airlines und Ziele sowie die Metropolregion Berlin-Brandenburg.

20 Metro „Kennzeichen

20 Metro „Kennzeichen B“ Berlin ist multikulti – und mächtig stolz darauf. Nur mit den deutschen Minderheiten hat der Berliner an sich nicht erst seit Wolfgang Thierses Schwaben-Schelte so seine Schwierigkeiten. Die Reportage des orthodoxen Ur-West-Berliners Dirk Krampitz über deutschdeutsches Miteinander in der Hauptstadt. Wollen Sie einen echten Berliner in seinem natürlichen Habitat erleben? Dann ist Berlin die denkbar schlechteste Gegend dafür. Statt eines waschechten Berliners mit dem „Kennzeichen B“ trifft man eher einen in den Wirren des Zweiten Weltkrieges ausgewilderten Waschbären. Wir Berliner sind eine gefährdete Art. Zumindest in der Innenstadt. Na gut: Zumindest fühlen wir uns so. Und wie viele bedrohte Wesen, sind wir etwas zickig. Der Berliner ist ein scheues Tier. Bitte nicht streicheln – er beißt. Wir Urberliner haben das Problem, in einer Stadt zu leben, in der wir schon immer die Minderheit ge-ge- stellt haben. Schon vor hundert Jahren war nur ein Drittel der Berliner hier geboren, der Rest zugewandert. Damals vor allem aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches, und natürlich auch aus den ländlichen Teilen rund um Berlin. Anders ist es heute auch nicht. An der Universität werden junge Ur-Einwohner aus dem Spree-Havelgebiet neugierig angestarrt und ausgefragt wie indigene Stämme. Der Berliner verfährt nach der Devise: Wer nach einem verbalen Tritt vors Schienbein noch steht, könnte eventuell mal einer von uns werden. Und so wird – es tut mir leid – für Zugezogene, aber auch für Berliner ohne Dialekt, der Bäckergang zum Assessment-Center für Einbürgerungswillige. So nach dem Motto: Bitte passend zahlen! Gate 69 Reportage Und wer zu Schrippen „Wecken“ sagt, ist sowieso gleich weg vom Fenster. Das weiß seit dem Jahreswechsel die ganze Republik. Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, hatte eine kleine Lästerei über integrationsunwillige Schwaben in seiner Nachbarschaft in Prenzlauer Berg gestartet. Eine Berliner Boulevardzeitung titelte „Der böse Bart“. Thierse hat sich inzwischen entschuldigt. Nach 3.000 kritischen Mails hieß er dann die Schwaben in Prenzlauer Berg willkommen. Doch Fremdelei ist nichts Neues. Obwohl die Berliner spätestens seit den Hugenotten, den protestantischen Glaubensfl üchtlingen aus Frankreich, die ab 1700 nach Berlin kamen, an Masseneinwanderungen gewöhnt sein sollten, meckern sie immer wieder. Der letzte große Fremdel kam 1999 mit dem Regierungsumzug. Was gab es für einen Aufschrei, als die Bonner nach Berlin kamen und eigentlich gar nicht herwollten? Sie haben ihr Epizentrum inzwischen am Schiffbauerdamm aufgebaut. Rund um Wirt Friedel Drautzburg und seine Köln-

Fotos: Thomas Linkel / laif, Kathrin Harms / laif Gate 69 Reportage Metro Klause „Ständige Vertretung“. Kurz nach dem Regierungsumzug sah man öfter das Graffi to „Rheinländer raus – Ausländer rein!“ an den Wänden. Inzwischen sind die Graffi to-Wände dank schwäbischer Hausbesitzer neu gestrichen, und es trifft die Schwaben. Mal wieder, muss man zugeben. Denn es ist nicht das erste Mal. Schon zu Mauerzeiten gab es, damals noch in Kreuzberg, eine große schwäbische G’meinde. Davon zeugt auch noch „Die Schwabenoffensive“ – das klingt nach der paramilitärischen Kampfgruppe, die sich nach Thierses Äußerungen gegründet hat. Man möchte ihnen sogar unterstellen, dass sie hinter dem Spätzle-Attentat auf die Kollwitz- Kollwitz- Skulptur in Prenzlauer Berg stehen, aber sie sind unschuldig. Nach 25 Jahren hat sich die Kabarettgruppe aus aktuellem Anlass in Originalbesetzung des ersten Stücks wieder vereint, um die Veränderungen und die „ewigen“ Wahrheiten der schwäbischen Seele aufzuspüren: „Komm du bloß hoim – RELOADED“ heißt der Blick in die schwäbische Seele (siehe Interview auf den Seiten 22-23). Aber der Fairness halber muss man zugeben: Auch die Berliner Schwaben haben sich gewandelt. Früher kamen sie hierher, wurden Hausbesetzer. Nun sind sie Hausbesitzer. Und andersherum sind die Berliner vielleicht auch ein ganz kleines bisschen neidisch auf die Kehrwochen-Mentalität. Auch wir hier treten nicht gern in Hundekot. Berliner, sagt man, sind in Berlin geboren. Klar. Die Eltern auch. Die Großeltern dürfen oder sollen sogar – je nach Defi nition – aus Ostpreußen kommen. Aber im Einzelfall nehmen wir es hier mit der Defi nition nicht so genau. Berliner kann man auch werden. Der Kabarettist Wolfgang Gruner, der in seiner Paraderolle als Taxi-Fahrer Fritze Flink bekannt wurde, stammt aus dem Brandenburgischen Rathenau. Auch bei John F. Kennedys Flunkerei („Ick bin ein Berliner“) waren wir nachsichtig und jubelten. Wolfgang Thierse wurde übrigens in Breslau geboren und kam erst nach dem Abitur nach Berlin. Wie so viele. Welche 21 enorme Zahl von Zugezogenen in Berlin wohnt, sieht man regelmäßig zu den Festtagen. Weihnachten und Ostern wirkt die Innenstadt wie ausgestorben. Freie Parkplätze überall. Traditionell hängen freundliche Berliner Schilder mit Aufschriften wie „Stuttgart-Sindelfi ngen 610 km - Ost-Berlin wünscht gute Heimfahrt“ auf. Man kann das sehr nett fi nden. Allen, die es uns trotzdem noch krumm nehmen, sei der Schwabe Hegel ans Herz gelegt. „Ein Berliner Witz ist mehr wert als eine schöne Gegend!“ Und wo genau fi ndet man nun richtige Berliner? Solche, die das „z“ noch wie „ß“ verlispeln? Solche, die auf „Grüß Gott“ mit „Nur wenn ick ihn treffe“ antworten? Antwort: in Schwaben und Bayern. Gern auf Campingplätzen. Folgen Sie einfach der Karawane der Caravans mit dem Auto-Kennzeichen „B“ auf der Stadtautobahn in Richtung Süden. Dirk Krampitz Schwäbisch Speisen in Berlin Maultaschen Manufaktur von Ulrich Morof Lützowstr. 22 | Berlin-Tiergarten Tel. 0178-564 76 45 www.maultaschen-manufaktur.de Berlinisch Speisen in Berlin Curry 36 | Mehringdamm 36 Berlin-Kreuzberg | Tel. 030-251 73 68

Unsere Publikationen

Berlin Berliner Tegel Flughafen Airberlin Albrecht Schwaben Passagiere Flughafenberlin

News