Die Flughafengesellschaft FBB betreibt den Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) mit seinen drei Terminals. Berlin ist der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland; gemessen an den ankommenden und abfliegenden Passagieren (ohne Umsteiger) sogar der größte. Die Flughäfen Schönefeld und Tegel fertigten im Jahr 2019, vor der Coronavirus-Pandemie, rund 35,65 Millionen Passagiere ab. Für das Jahr 2020 rechnet die Flughafengesellschaft mit insgesamt rund neun Millionen Passagieren.

The airport company Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) operates Berlin Brandenburg Willy Brandt Airport (BER) with its three terminals. Berlin is the third biggest airport location in Germany and ranks first in terms of origin and destination traffic (not counting connecting passengers). In 2019, before the coronavirus pandemic, the airports in Schönefeld and Tegel handled around 35.65 million passengers. For 2020, the airport company expects a total of around nine million passengers.

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Gate 69 Frühjahr 2013

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14 Gate

14 Gate 69 Aus dem Unternehmen Reportage Eine freundliche Familie Geschichten aus dem Flughafenalltag von Berlin-Tegel.

Fotos: Günter Wicker Gate 69 Reportage Der Erste hat einen Turban auf dem Kopf, ein großer, stämmiger Mann, mit dunkler Haut und Vollbart. Er geht zum Tresen, stützt die Arme auf. Regina Mader lächelt. Ein paar Sekunden später steht ein älteres Pärchen vor ihr, graue Haare und silberne Brillen. Diesmal legt sie den Kopf auf die Seite, nickt und hört den beiden beruhigend zu. Kurz darauf: eine junge Frau, ein riesiger Rucksack. Scherzend weist ihr Regina Mader den Weg, und die Frau verschwindet auf Nimmerwiedersehen in der Halle des Flughafens. Gate-Nummer? Taxistand? Sperrgepäck? In drei Minuten drei Fragen beantworten – und alle in einer anderen Sprache. Jetzt lacht Regina Mader schon wieder: „Na klar geht das. Mit Freundlichkeit.“ Seit 1975 ist sie Mitarbeiterin der Flughafengesellschaft, seit 1995 sitzt sie an der Fluggastinfo. 37 Jahre lang war sie in Schönefeld, seit Januar ist sie in Tegel. „Eigentlich wollten wir ein neues Büro im BER einrichten“, erklärt die 54-Jährige. Doch wegen der Verzögerungen bei der Eröffnung des Hauptstadtflughafens wurde das Team nun nach Tegel geholt. Für Regina Mader, die im Süden Berlins wohnt, bedeutet das jeden Tag einen Arbeitsweg von 50 Kilometern. „Klar hatte ich mir das anders vorgestellt. Aber jetzt werden wir eben hier gebraucht. Und ich will hier gute Arbeit machen.“ Neben den Antworten am Informationsschalter gehören dazu auch Lautsprecher-Durchsagen und Rundgänge durch den Flughafen. „Es sind viele Kleinigkeiten“, sagt Regina Mader. „Wir schauen, ob sich irgendwo zu lange Schlangen bilden, aber achten genauso darauf, dass die Geld- und Süßigkeiten-Automaten funktionieren.“ Die Passagiere sollen sich wohl fühlen. Manchmal bedeutet das auch: Ärger hinnehmen und Trost spenden. Etwa wenn eine junge Frau ihren Flug verpasst, weil die Sicherheitskontrolle besonders streng war. Oder wenn jemand direkt am Schalter umkippt. Eine Szene, die Sandra Dusanic kennt. „Nichts gefrühstückt, aufgeregt, weil es der erste Alleinflug ist – dann bekommt der eine oder die andere schon mal einen kleinen Kollaps am Check-in.“ Für die Supervisorin der Fluggastabfertigung heißt es dann: Feuerwehr rufen, die übrigen Passagiere beruhigen. Und – wenn der Gast nicht weiterfliegen kann – das Gepäck aus der Maschine holen. Freilich, von solchen Zwischenfällen lässt sich die 31-jährige die Laune nicht verderben. Seit 3.45 Uhr ist sie heute im Dienst und strahlt noch immer über das ganze Gesicht. Und das, obwohl ihr Telefon im Drei-Minuten-Takt klingelt und es schon auf Mittag zugeht. Zehn Flüge betreut Sandra Dusanic an diesem Dienstag und sorgt dafür, dass der Check-in reibungslos verläuft: Wie viele Passagiere haben gebucht und tatsächlich eingecheckt? Sind genügend Essensportionen an Board? Fliegen VIP-Gäste mit, Schauspieler oder Politiker, die vielleicht sogar einen bewaffneten Begleitschutz haben? Im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der Passagiere in Tegel um mehr als sieben Prozent – auf 18 Millionen Fluggäste. Von „Massenabfertigung“ will Sandra Dusanic dennoch nicht sprechen. Denn schließlich würden viele Gäste moderne Check-in-Möglichkeiten wie Internet und Mobiltelefon nutzen. „Dadurch verteilt sich der Ansturm ganz gut. Meistens.“ Eng wird es, wenn etwas schief geht. Wenn Maschinen mit Verspätung eintreffen, es neblig 15 Aus dem Unternehmen Seit 1975 im Einsatz für die das Unternehmen, seit 1995 an der Fluggastinfo: Regina Mader (foto oben). Glo- beGround Mitarbeiterin Sandra Dusanic (Foto unten) arbeitet als Supervisorin der Fluggastabfertigung. ist, schneit oder die Technik in Spitzenzeiten ausfällt. Doch gerade in solchen Fällen zeige sich, dass „wir in Tegel eine Familie sind“, sagt Sandra Dusanic. Sie hat schon auf so einigen Flughäfen gearbeitet, in Düsseldorf und München etwa. „Aber dass die Kollegen eine Kette bilden, wenn die Gepäckbänder streiken alle mit anpacken, auch die, die eigentlich nichts mit dem Gepäck zu tun haben – das gibt es nur in Tegel.“ Familiengefühl oder einfach Freundlichkeit? – Was immer es ist, die Mitarbeiter stecken damit sogar die Passagiere an. „Gestern hatten wir einen Gast hier, der nur polnisch sprach“, erzählt Regina Mader. „Aber keiner unserer polnischsprechenden Kollegen war da. Also haben wir die Sache über Lautsprecher ausgerufen.“ Und tatsächlich: Ein paar Minuten später meldete sich ein Passagier an der Information und half beim Übersetzen. Marcus Weber

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