Die FBB betreibt den Flughafen Schönefeld und über ihre Tochtergesellschaft BFG den Flughafen Tegel. Im Jahr 2018 wurden an den Flughäfen rund 34,7 Millionen Passagiere befördert. Damit ist Berlin der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Um die nötigen Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen, entsteht derzeit der neue Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt am Standort Schönefeld.
Aufrufe
vor 6 Jahren

Gate 68 Winter 2012

  • Text
  • Berlin
  • Flughafen
  • Brandenburg
  • Laif
  • Tegel
  • Berliner
  • Warschau
  • Hauptstadt
  • Metro
  • Deutschen
  • Gates
Die ganze Welt des Flughafens: Unser Kundenmagazin informiert Sie viermal im Jahr über die Flughäfen Schönefeld und Tegel und den Flughafen Berlin Brandenburg, neue Airlines und Ziele sowie die Metropolregion Berlin-Brandenburg.

22 Gate

22 Gate 68 Metro Das Interview „ Berlin und ich, wir haben uns stark verändert.“ Wladimir Kaminer im Gespräch. Sie schreiben Ihre Bücher auf Deutsch. Es gibt sicher einfacheres, als in einer fremden Sprache zu schreiben. Warum sind Sie überhaupt Schriftsteller geworden? Wladimir Kaminer: Weil ich schon immer gerne Geschichten erzählt habe. Das fing schon im Kindergarten an. Da hatten wir die Gesellschaft der sauberen Teller. Man musste unbedingt aufessen. Ich habe lustige Geschichten erzählt und im Gegenzug haben sie meinen Brei gegessen. Wie erleben Sie so viel? Wir sind ja eine große Familie! Ich erlebe manchmal sogar mehr, als mir lieb ist. Wie arbeiten Sie? Machen Sie sich Notizen, wenn Sie etwas erleben? Manchmal, wenn der Kopf nicht so viele Details behalten kann. Aber eine richtig gute Geschichte kann man nicht vergessen und auch nicht verpassen. Wenn man sich anstrengen muss 1990 kam der Toningenieur Wladimir Kaminer als jüdischer „Kontingentsflüchtling“ von Moskau in die gerade noch bestehende DDR und stürzte sich ins wilde Leben des Wende-Berlins. Seit 1996 schreibt er. 2000 kam sein bekanntestes Buch „Russendisko“ heraus. Es folgten diverse Bände. Seitdem reist der Russe Kaminer in der Welt herum, als Botschafter der jungen deutschen Literatur. Nach seinen Vorträgen legt er oft Platten in seiner „Russendisko“ auf, die in Berlin im Kaffee Burger stattfindet. Nun hat er sein neues Buch „Onkel Wanja kommt“ veröffentlicht. Es geht um seinen Onkel, der ihn in Berlin besucht. Mit Wladimir Kaminer sprach Dirk Krampitz. beim Schreiben, ist es wahrscheinlich keine gute Geschichte. Das Aufschreiben ist das einfachste, ich habe während des Flugs von Amerika nach Deutschland drei Geschichten aufgeschrieben. Ihre Kinder kommen in den Geschichten vor. Finden sie das gut? Früher waren sie sehr froh, dann hatten sie eine Zeit lang keine Lust dazu. In Ihrem neuen Buch geht es um Ihren sterbenskranken Onkel. Und trotzdem habe ich sehr gelacht. Es ist ein ziemliches dramatisches Buch, das viele Beispiele aus dem vorigen Jahrhundert aufgreift, die gar nicht zum Lachen sind. Aber ich glaube, das ist ein vernünftiger Umgang mit der Tragödie des Lebens – wenn man darüber lachen lernt. Sie waren Toningenieur und Dramaturgie-Student in Russland, dann kamen Sie nach Deutschland. Wir waren immer gespannt auf all die Abenteuer, die man uns bieten konnte. Und wir haben die abenteuerlichste Zeit erlebt. Hier in Berlin und in der Sowjetunion. Wir waren Zeugen, wie ein altes Imperium zugrunde ging. Nun bin ich Zeuge, wie ein neues Imperium entsteht: diese Europäische Union. Zerfällt sie nicht eher gerade? Wenn man die Zeitungen liest, hält man die Union für gescheitert. Aber als Berliner und DJ sehe ich, dass wir diese Union auf dem kulturellen Niveau schon erreicht haben. Das Finanzielle und Wirtschaftliche wird folgen. Ich finde das sehr interessant. Warum? Deutschland hat sich bei diesem Projekt ganz deutlich übernommen. Aber das ist eigentlich auch das Interessanteste und das Spannendste an dieser Entwicklung. Es passiert ja nicht oft, Foto: Jan Kopetzky

Gate 68 Das Interview Metro dass die Deutschen sich übernehmen. Normalerweise halten sich die Deutschen ja eher versteckt und tun so, als ob sie ärmer wären, als sie in Wirklichkeit sind. Dass sie sich nun nach vorne stellen und als stärkste Kraft in Europa … das ist schon eine unfassbare Entwicklung. Sie sagten, Sie fühlen sich als Berliner? Hier kann sich jeder zu Hause fühlen. Hier kann sich jeder finden, ohne ein bestimmtes Etikett zu tragen. Die Bevölkerung, die ganze Stadt, hat sich verändert. Berlin ist so interkulturell geworden, wie es nicht einmal Anfang der 90er Jahre war. Es ist die einzige Großstadt in Deutschland und nicht nur eine Kleinstadt, die groß erscheint. Berlin und ich, wir haben uns sehr stark verändert. Alter, ich fühle mich sehr alt. Ich bin ein alter Schriftsteller. Ich muss mal zu dieser Weisheit kommen. In Ihrem Kiez, Prenzlauer Berg, wird manchmal gegen Schwaben und gegen die Touristen gehetzt. Können Sie das verstehen? Ich nehme sie nicht als Touristen wahr. Es sind Menschen, die unterwegs sind. Es ist eine falsche Denkweise, anzunehmen, es ginge uns besser, wenn sie weg sind. Dann kommt Schlimmeres. Mücken oder so. Vor dem Krieg nannte man Charlottenburg auch „Charlottengrad“, weil dort so viele Russen wohnten. Heute gibt es wieder viele Ihrer Landleute hier. In der Friedrichsstraße sprechen alle Verkäuferinnen in den Boutiquen hervorragend russisch. Und auch in der Fischabteilung des Lafayette arbeiten nur Russen. Wie es am Kudamm aussieht, weiß ich nicht. Das ist zu weit weg für mich. Ich bin mit dem Prenzlauer Berg zusammengewachsen. Alles, was ich zum Leben brauche, und das ist ziemlich viel, habe ich hier vor meinem Fenster. Ein Stadion, ein Flohmarkt, Geschäfte, Cafes und Kneipen, ein Park zum Spazierengehen. Und zwei gute Restaurants. Ich blicke auf den Mauerpark, diese komische unsichtbare Sehenswürdigkeit, in dem es weder Park noch Mauer gibt. Gibt es etwas, das Sie in Berlin vermissen? Gute Gurken sind schwer zu kriegen. Aber beim Schwimmbad in der Landsberger Alle, wo ich heute mit meiner Mama schwimmen gehe, da gibt es um die Ecke einen russischen Lebensmit- telladen. Da kehren wir nach dem Schwimmen ein und kaufen „polnische Einweckgurken“ aus Russland. In Deutschland gibt es keine normalen Gurken. Also kleine Gurken mit Gänsehaut, die auch nach Gurken schmecken. Die deutschen Gurken sehen aus wie Handgranaten, so dick. 23 Sie sind Gurken-Spezialist? Gurken sind ein wichtiges Thema für mich. Mein Ziel als Kleingärtner ist es, eines Tages eine eigene Gurkenproduktion auf die Beine zu stellen. Als Konkurrenz zum Spreewald? Der Spreewald liefert ja nur mit Essig umgebrachte und anschließend einbalsamierte Gurken aus. Gut macht man Gurken mit ganz wenig Salz und vor allem ohne Essig ein! Sie sie eigentlich reich, nachdem Ihre Russendisko verfilmt wurde? Ja, na klar. Aber nicht durch die Verfilmung oder die Bücher, sondern durch die vielen Reisen, Freunde, Bekanntschaften und Leser. Der größte Reichtum ist die Fortsetzung des Gesprächs. Aber unser Gespräch muss ich nun beenden. Meine Mutter ist da. Wir gehen schwimmen. ANZEIGE

Unsere Publikationen

Annual Report 2018
Geschäftsbericht 2018
Annual Report 2017
Geschäftsbericht 2017
Annual report 2016
Geschäftsbericht 2016
Annual Report 2015
Geschäftsbericht 2015
Geschäftsbericht 2014
Geschäftsbericht 2013
Annual Report 2012
Geschäftsbericht 2012
Geschäftsbericht 2011
Geschäftsbericht 2010
Annual Report 2009
Wegweiser Flughafen Tegel
Wegweiser Flughafen Schönefeld
Flugplan Sommer 2015 SXF/TXL Timetable Summer 2015
Flugplan Winter 2014/2015 SXF/TXL - Update
Flugplan Winter 2014/2015 SXF/TXL
Flugplan Sommer 2014 SXF/TXL
Flugplan Sommer 2014 SXF/TXL
Nachbarn 10/2019
Nachbarn 10/2018
Nachbarn 09/2018
Fluglaermbericht 2017
BER aktuell 06/2018
BER aktuell 04/2018
BER aktuell 02/2018
BER aktuell 01/2018
BER aktuell 12/2017
BER aktuell 11/2017
BER aktuell 10/2017
BER aktuell 09/2017
BER aktuell 08/2017
Fluglärmbericht 2016
BER aktuell 07/2017
BER-aktuell 01/2017
BER aktuell 12/2016
BER aktuell 11/2016
BER aktuell 10/2016
BER aktuell 09/2016
BER aktuell 08/2016
BER aktuell 07/2016
Schallschutzfibel
BER aktuell 06/2016
Fluglärmbericht 2015
BER aktuell 03/2016
BER aktuell 01/2016
BER aktuell 12/2015
BER aktuell 11/2015
BER aktuell 10/2015
BER aktuell 09/2015
BER aktuell 08/2015
BER aktuell 07/2015
Fluglärmbericht 2014
BER aktuell 06/2015
BER aktuell 05/2015
BER aktuell 04/2015
BER aktuell 03/2015
BER aktuell 02/2015
BER aktuell 01/2015
BER aktuell 12/2014
BER aktuell 11/2014
BER aktuell 10/2014
BER aktuell 09/2014
BER AKTUELL 08/2014
BER aktuell 07/2014
BER aktuell 06/2014
BER aktuell 01/2014
BER aktuell 05/2014
BER aktuell 04/2014
BER aktuell 03/2014
BER aktuell 02/2014
BER aktuell 12/2013
BER aktuell 11/2013
BER aktuell 10/2013
BER aktuell 09/2013
Fluglaermbericht 2018
Umweltbericht 2016
Fluglärmbericht 2016
Umweltbericht 2014
Fluglärmbericht 2014
Fluglärmbericht 2013
Umweltbericht 2012
Fluglärmbericht 2012
Umweltbericht 2011
Gate 66 Frühjahr 2012
Gate 70 Sommer 2013
Gate 67 Herbst 2012
Gate 68 Winter 2012
Gate 69 Frühjahr 2013
Berlin Flughafen Brandenburg Laif Tegel Berliner Warschau Hauptstadt Metro Deutschen Gates

News