Die FBB betreibt den Flughafen Schönefeld und über ihre Tochtergesellschaft BFG den Flughafen Tegel. Im Jahr 2018 wurden an den Flughäfen rund 34,7 Millionen Passagiere befördert. Damit ist Berlin der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Um die nötigen Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen, entsteht derzeit der neue Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt am Standort Schönefeld.
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Gate 66 Frühjahr 2012

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Die ganze Welt des Flughafens: Unser Kundenmagazin informiert Sie viermal im Jahr über die Flughäfen Schönefeld und Tegel und den Flughafen Berlin Brandenburg, neue Airlines und Ziele sowie die Metropolregion Berlin-Brandenburg.

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28 Gate 66 Metro Volker Schlöndorf wohnt in der Nähe von Babelsberg „Kalifornien ist das jedenfalls nicht.“ Fritz Lang drehte hier Metropolis, Marlene Dietrich kam als „Der blaue Engel“ zu Weltruhm. Dirk Krampitz sprach mit dem Regisseur Volker Schlöndorf (72), der die alten Defa-Studios in Babelsberg als Ort für die Filmproduktion gerettet hat. Warum sind Sie als einer der ersten nach Brandenburg „rausgezogen“? Volker Schlöndorf: Ich habe das Engagement für den Filmstandort Berlin-Brandenburg ernst gemeint. Ich wollte hierher, weil die Mauer gefallen war. Meine Tochter war drei Monate, als wir umzogen. Heute ist sie 20. Brandenburg galt damals noch als Dunkelland. Jahrelang lebte ich in meinem Haus quasi zwischen Mauer und Müllkippe. Heute ist es eine Idylle. Können Sie sich noch erinnern, was die Banker sagten, als sie mit ihnen hierher fuhren? Volker Schlöndorf: Der erste Banker sagte nur trocken: „Kalifornien ist das nicht“. Die Straßen waren düster und hatten Schlaglöcher, so groß, dass ein Trabant darin verschwinden konnte. Wir Filmemacher haben damals den Traum gesehen, die Banker nur die Fakten. Billy Wilder hat mich darin bestärkt: Er sagte: Das stimmt nicht, dass es das nur einmal gibt. Es kommt wieder! Er hat ja in Babelsberg auch die ersten Schritte gemacht. Es war für ihn ein wichtiger Ort. Welches Verhältnis hatten Sie als gebürtiger Hesse zu Babelsberg? Volker Schlöndorf: Damals in der Cinémathèque française in Paris habe ich alle Filme gesehen, die in Babelsberg während der Stummfilmzeit gedreht wurden und einige spätere auch. Und in den Siebzigern wollte ich dort schon mal einen Film drehen: „Der Fangschuss“. Aber genau wie „Die Blechtrommel“ durfte ich das nicht, weil das Drehbuch den Betonköpfen im Zentralkommittee nicht konform genug war. Schade, denn zum einen hätten wir dort günstiger drehen können und zum anderen hatten die Orte an der Ost-Ostsee genau die Patina, die wir brauchten. So drehten wir in Jugoslawien. Wie ernst war die Lage für das Studio nach der Wende? Volker Schlöndorf: Wenn es nach West-Berlin gegangen wäre, hätte man es platt gemacht, da herrschte Einigkeit. Und auch die Filmstudios in Bayern und NRW wollten keine Konkurrenz in Berlin. Sie haben mit allen Mitteln dagegen gehalten. Der Wind blies uns voll entgegen. Wie kam die Wende zum Erfolg? Volker Schlöndorf: Das ist wie bei einem Restaurant: Die ersten beiden Wirte müssen pleite machen, damit der Dritte erfolgreich ist. Auf einmal war Berlin-Brandenburg sexy. Man hat es auch nicht mehr als „im Dunkelland liegend“ empfunden. Außerdem gab es die deutschen Filmfonds zur Finanzierung, und zum Dritten waren auch die Konkurrenten im Osten, Prag und Budapest, sehr nachgezogen, was die Preise angeht. Aber bei uns war alles renoviert und State of the Art und in den Oststudios nicht. Das hat es zum Kippen gebracht. Und nun brummt es. Wie stehen Sie heute zu Babelsberg? Volker Schlöndorf: Ich wohne ganz in der Nähe und habe immer noch ein Büro dort, als Gnadenbrot sozusagen. Ich habe ein sehr freundschaftliches Verhältnis zum Studio, aber es reicht nicht aus, dass ich den Auftrag bekommen hätte, hier einen Film zu machen. Dieser Lohn ist mir bisher vorenthalten geblieben. Kommen Sie denn noch überall rein? Volker Schlöndorf: Als der Polanski hier gedreht hat, habe ich ihn besucht, und gemeinsam haben wir versucht, zu Quentin Tarantino zu gelangen. Und er hat uns auch dreimal eingeladen, dann aber nicht reingelassen. Aber das zeigt ja nur, dass er konzentriert arbeitet. hilft Lachen. Und so hat sich tatsächlich ein Brite bis nach Brandenburg verirrt. In seinem Roman „Ossi forever“ erzählt der ehemalige Tagesspiegel-Kolumnist und Times-Korrespondent Roger Boyes von den Irrungen und Wirrungen eines Engländers in der Brandenburger Provinz (siehe Interview). Doch Roger Boyes ist wahrlich nicht der einzige Prominente, der sich mit Brandenburg beschäftigt. Schauspieler Matthias Schweighöfer möchte, dass seine Tochter Greta mit der Natur aufwächst und auch Schauspielerin Fritzi Haberlandt fühlt sich im Umland wohl. Moderator Dieter Moor hat bereits vor ein paar Jahren eine ökologische Landwirtschaft in der Nähe von Hirschfelde gegründet. In seinem Buch „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht“ preist der prominente Neu-Brandenburger die Vorzüge des Landlebens. Brandenburg ist also nicht öde, sondern öko. Stimmt also doch, was schon Theodor Fontane gedichtet hat? „Alles ist Friede; die ganze Welt ein Idyll.“ Lehrt das alte Bauernland die Langsamkeit? „Wenn ich in Hirschfelde bin, zwischen Wasserbüffeln und Galloway-Rindern, lasse ich den Medienmenschen vor der Tür“, sagt Dieter Moor. Wie gut, dass es ein Mittel gegen zu viel Romantik gibt: Rainald Grebe. Der in Köln geborene, aber in Berlin lebende Sänger und diplomierte Puppenspieler hat ein Genre wieder belebt, das man eigentlich schon für begraben hielt: die Liedermacherei. Berühmt wurde Grebe mit seinem Song „Brandenburg“, in dem er aus den Vorurteilen gegenüber dem Berliner Umland eine Hymne gemacht hat, über die auch außerhalb der deutschen Hauptstadtregion gelacht wird: „Es gibt

Gate 66 29 Roger Boyes hatte ein Wochenendhaus in Neuruppin Metro „Wie Schottland, nur ohne Öl und billiger.“ Roger Boyes (58) war Korrespondent der englischen Tageszeitung The Times in Deutschland. Zuerst in Bonn, dann, nach dem Regierungsumzug, auch in Berlin. Mit seiner damaligen Lebensgefährtin hat er sich ein Haus in Brandenburg fürs Wochenende gesucht. Davon inspiriert, schrieb er „Ossi forever – Ein Roman aus der Provinz“ . Dirk Krampitz sprach mit Roger Boyes, der nach fast 20 Jahren in Deutschland inzwischen wieder in der Hauptredaktion der Times in London arbeitet. Ossis kommen in ihrem Roman nicht gut weg… Roger Boyes: Oh, das bedaure ich sehr. Ich dachte, es wäre ausgeglichen. Ich habe versucht, natürliche Sympathie zwischen Angelsachsen und Ostdeutschen zu schaffen. Wir haben viel gemeinsam: Schlechtes Essen, eine stumpfe Einstellung zur Welt, wir sind beide abgeschottete Stämme und voller Neid. Herr Boyes, meinen Sie das ernst? Roger Boyes: Brandenburg ist wie Schottland, nur ohne Öl und billiger. Das muss englische Ironie sein. Roger Boyes: Meinen Sie? Das eigentliche Ziel meines Buches waren jedenfalls die Westdeut- schen, die ein absolutes Desinteresse am Osten haben. Statistiken haben bewiesen, dass es sehr viel wahrscheinlicher ist, dass ein Wessi einen Autounfall hat, als dass er mit einem Ossi einen Kaffee trinken geht. Nein, ich gebe zu, das habe ich mir gerade ausgedacht. Aber niemand erkennt die Reize des Ostens. Die da wären? Roger Boyes: Auf den Spuren von Fontane durch Brandenburg zu wandern? Solange nicht jeder Wessi so etwas mal gemacht hat, wird der Solidaritätszuschlag immer umstritten bleiben. Dabei ist Ostdeutschland mehr als eine Reise wert, Ostdeutschland ist die Seele Deutschlands. Gut, das ist jetzt etwas dick aufgetragen. Wie biografisch ist ihr Roman? Roger Boyes: Ich hatte mit meiner Partnerin eher ein Wochenendhaus und keinen Vollzeitjob für Bed & Breakfast. Ich habe meinen Job in Berlin als Journalist in der Zeit nicht aufgegeben und letztendlich auf zwei Hochzeiten getanzt. Aber die Grunderlebnisse und viele Begebenheiten im Buch sind real. Was mögen Sie an Brandenburg? Roger Boyes: Die Langsamkeit. Und das meine ich ernst. Dieser andere Rhythmus, die richtige Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Das gilt insgesamt für Deutschland. In London haben wir das längst verloren. Diese Freiräume gibt es nur noch in Deutschland. Und vielleicht in Albanien. Ich habe hier in London einen wirklich guten Freund. Den sehe ich vielleicht alle drei Monate einmal. Zum Biertrinken müssen wir einen Termin machen. Ich dachte immer, die Deutschen wären von der Arbeit besessen. Wirtschaftswunderzeit und so. Aber dabei sind wir Engländer es. Warum sind Sie wieder zurück nach London? Roger Boyes: Meine private Beziehung ging zu Ende, und es war der richtige Moment. Und trotz aller Sympathie: Es wäre absurd gewesen, in Deutschland zu sterben und begraben zu werden. Fotos: Soenke Tollkuehn, Martin Kirchner /laif, ullstein bild / Bernd Lammel Dieter Moor Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht: Geschichten aus der arschlochfreien Zone rororo 2009 304 Seiten 8,99 Euro Länder, wo was los ist. Es gibt Länder, wo richtig was los ist. Und es gibt: Brandenburg.“ Wenn man sich das Verhältnis von Berlin und Brandenburg von der ökonomischen Seite anschaut, stellt man allerdings fest, dass die beiden Bundesländer viel gemeinsam machen und auch ohne Länderfusion längst eng verwoben sind. Das Prinzip der „dezentralen Konzentration“ wird mühsam, aber hartnäckig weiter verfolgt. Es hat durch die Berliner Roger Boyes Ossi forever! Ein Roman aus der brandenburgischen Provinz Ullstein 2010 272 Seiten 8,95 Euro Rainald Grebe Das grüne Herz Deutschlands: Mein Gesangbuch Fischer Tb. 2007 240 Seiten 9,95 Euro Zustimmung zu gemeinsamen Verwaltungsinstanzen in Randregionen (Finanzgericht Cottbus) sogar Hilfe aus der Hauptstadt erfahren. Der Ausbau der Hochschulen in Cottbus und Frankfurt/Oder ist weiterer Beleg für die Stärkung der Berlin-fernen Gebiete, und auch ohne Fusion profitieren Berlin-nahe Brandenburger Landkreise vom Metropolen-Boom. Die Annäherung von Landleben einerseits und dem Latte-Macchiato-Schick von Berlin-Mitte kann also fröhlich weitergehen. Alexander Remler

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