Die FBB betreibt den Flughafen Schönefeld und über ihre Tochtergesellschaft BFG den Flughafen Tegel. Im Jahr 2017 wurden an den Flughäfen rund 33,3 Millionen Passagiere befördert. Damit ist Berlin der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Um die nötigen Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen, entsteht derzeit der neue Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt am Standort Schönefeld.
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BER aktuell 06/2018

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Die Zeitung für die Nachbarn des Flughafens Berlin Brandenburg.

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→ 8 | BER aktuell → Im F Feldlerche, Fuchs und Laser Bird- und Wildlifemanagement be Quelle: Christian Franzke / FBB Auf Patrouille in Schönefeld: Vogelschlagbeauftragter Richard Klauß und Jagdhündin Lea. Unterwegs zwischen Flugzeugen und Gräsern as Zusammenspiel von Natur und Flughafen- in Einklang zu bringen und dadurch „Dbetrieb einen großen Beitrag zur Sicherheit des Flugbetriebs zu leisten“, so umschreibt Richard Klauß seine Hauptaufgabe am Flughafen. Klauß, Mitte Dreißig und studierter Landschaftsökologe, ist der Bird- und Wildlifemanager der Flughafengesellschaft (FBB). Erste Erfahrungen auf diesem Fachgebiet sammelte der passionierte Ornithologe bereits während seiner vorherigen Tätigkeit beim Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr (DAVVL). Seit einigen Jahren ist er auf den Flächen der Berliner Flughäfen zu Hause. Unterstützt wird er bei seinen umfassenden Aufgaben von einem weiteren Kollegen sowie dem Vorfeldservice der FBB. „Im Prinzip geht es für uns darum, es den Vögeln so ungemütlich wie möglich zu machen. Das erreichen wir, indem wir mit verschiedenstem Equipment die Vögel vergrämen und die großen Freiflächen auf unserem Areal so gestalten, dass nicht allzu viele Beutetiere dort heimisch werden können. Zu 100 Prozent vogelfrei wird jedoch kein Flughafen“, weiß Klauß aus seiner langjährigen Erfahrung. Mindestens zweimal am Tag kontrollieren er und seine Mitstreiter die Flughafenflächen, um nach Vogelschwärmen Ausschau zu halten und diese im Bedarfsfall zu vertreiben. „Bei einer Mit unserer Arbeit leisten wir einen großen Beitrag zur Sicherheit des Flugbetriebs. Richard Klauß Vogelschlagbeauftragter der FBB Gesamtfläche von 1.000 Hektar Grünfläche an beiden Flughafenstandorten, für die wir dabei verantwortlich sind, kommt schon eine ganze Menge an Kilometern zusammen“. Alle Beobachtungen und Ereignisse, die während der täglichen Kontrollfahrten notiert werden, Quelle: Michael Birklein / FBB Quelle: Hubert Liedtke / FBB Das neue Vogelzugradar sorgt für eine solide Datenbasis. Der Turmfalke ist rund 35 Zentimeter groß und gehört damit in Deutschland zu den kleinen Greifvögeln.

okus Juni 2018 i der Flughafengesellschaft Quelle: Hubert Liedtke / FBB Quelle: Richard Klauß / FBB Das Gras zwischen den Startbahnen bleibt mit 20 Zentimetern relativ lang, damit Greifvögeln die Jagd auf Mäuse erschwert wird. Wirkungsvoll in der Anwendung: Hubert Liedtke mit einem Handlaser mit Rotpunktvisier fließen in eine Datenbank, um so rechtssicher und auskunftsfähig gegenüber Dritten sein zu können und vor allem nach einer Analyse weitere Maßnahmen abzuleiten. Ständiger Begleiter bei den Einsätzen – neben Pyrotechnik und dem Laser – ist Hündin Lea, die dabei hilft, Vögel von den Flächen nachdrücklicher zu vergrämen. Die eineinhalbjährige Hundedame ist aktuell noch in der Ausbildung und wird in den kommenden Wochen das Team dauerhaft verstärken. Vogelzugradar Zudem gehört der Einsatz modernster Technik bei der Arbeit der Bird Control in das tägliche Repertoire. Um einer Auflage gerecht zu werden und Daten über das Zugverhalten von Gans, Kranich und Co. erheben zu können, hat die FBB im vergangenem Jahr in ein neues Vogelzugradar investiert. Die Horizontal- und Vertikalradarantennen des „Robin Radar Systems“ ermöglichen eine 3D-Erfassung von Vogelbewegungen im Radius Beliebter Mäusejäger auf den Flächen: der Fuchs. von zehn Kilometern und zeichnen diese dabei exakt auf. „Durch die Echtzeitübertragung der Daten können wir in Verbindung mit mobilen Endgeräten operative Gegenmaßnahmen ohne Zeitverzug einleiten. Das Gerät erfasst über das Flughafengelände auch An- und Abflugrouten“. Dort kommt es laut Klauß am häufigsten zu Vogelschlägen. Artenreiches Umfeld Das Vorkommen der einzelnen Arten variiert naturgemäß mit den Flughafenstandorten. „An der Küste haben die Kollegen eher mit Möwen zu tun. In anderen Regionen sind es vor allem Greifvögel, die das Hauptvorkommen ausmachen. Bei uns in der Flughafenregion Berlin Brandenburg ist eine heterogene Artenzusammensetzung anzutreffen. Neben Möwen, Ringeltauben, Gänsen und verschiedenen Krähen fühlen sich auch kleine Singvogelarten wie Feldlerchen und Steinschmätzer bei uns zu Hause, so Klauß. Quelle: Hubert Liedtke / FBB Das Aufkommen hängt dabei unmittelbar von den Bedingungen für die Jungvögel ab. „Im Idealfall beheimaten sich die Vögel erst gar nicht bei uns auf dem Areal. Dabei kommt es gerade bei der Vegetation auf den richtigen Mix an. Es sollten keine Pflanzen wachsen, die gerne von den Vögeln gefressen werden“. Auch mit Mäharbeiten erzielt man durchaus wirkungsvolle Effekte. Die Graslänge sollte auf großen Flächen nicht kürzer als zwanzig Zentimeter messen. Andernfalls laden diese vermehrt als Brut- und Nistplätze sowie zur Nahrungssuche ein. Vorgaben von der EASA Die Regeln und Anforderungen für Flughafenbetreiber werden von der Europäischen Agentur für Flug sicherheit (EASA) erstellt. Diese regelt den kompletten zivilen Luftverkehr in Europa und gibt dabei unter anderem vor, dass Flughafenbetreiber auch Maßnahmen zur Abwehr von Vögeln (Bird Control) innerhalb der Flughafengelände bestmöglich zu etablieren haben. Die Statistik der Bird Control der FBB ist dabei schon beachtlich. Auswertungen haben ergeben, dass auf 10.000 Flugbewegungen im bundesweiten Durchschnitt 3,85 Vogelschläge gezählt werden. An den Standorten in Schönefeld und Tegel liegt der Durchschnitt hingegen aktuell bei 1,7. Damit dies auch so bleibt, ist man im ständigen Austausch zwischen den einzelnen Fachabteilungen und Vertretern anderer Standorte. So fand im letzten Jahr eine große Vogelschlagkonferenz in Schönefeld statt, bei der die Teilnehmenden aus Deutschland, Dänemark, Luxemburg, Niederlande, Österreich und der Schweiz zusammenkamen, um über Herausforderungen und Erfahrungen im „Bird Control“ zu diskutieren. Wie wichtig das Thema ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit, als 2009 in New York City bei einem Airbus A320 auf Grund eines Vogelschlags durch Wildgänse beide Triebwerke ausfielen und die Maschine notwassern musste. Jährlich ereignen sich in Deutschland etwa ca. 1400 Vogelschläge.

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