Die FBB betreibt den Flughafen Schönefeld und über ihre Tochtergesellschaft BFG den Flughafen Tegel. Im Jahr 2017 wurden an den Flughäfen rund 33,3 Millionen Passagiere befördert. Damit ist Berlin der drittgrößte Flughafenstandort in Deutschland. Um die nötigen Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen, entsteht derzeit der neue Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt am Standort Schönefeld.
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BER aktuell 05/2018

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→ 8 | BER aktuell → Im F Schub, Temperatur und Schwingun MTU Maintenance – Turbinenstärk Global Player im Industriepark Ost Aprilwetter, acht Grad und Regen: Ortstermin im Industriepark Ludwigsfelde. Die Straße hinein in den Industriepark macht einen eher unscheinbaren Eindruck und führt vermeintlich in einen gewöhnlichen, brandenburgischen Gewerbepark inmitten märkischer Kiefern. Doch weit gefehlt. Schon nach kurzer Passierdauer entdeckt man die ersten großen Konzernableger, die sich hier niedergelassen haben. Dazu zählen Mercedes-Benz, Gestamp und auch die MTU Maintenance Berlin-Brandenburg. Um die Besonderheit des Standortes zu verstehen, hilft ein Blick in die Vergangenheit. Die ersten Jahre in Genshagen Die Industrietradition am Standort reicht bis in das Jahr 1936 zurück. Auf dem Areal des heutigen Industrieparks wurde das Daimler-Benz Flugmotorenwerk Genshagen aufgebaut. In den folgenden Jahren wurde der Standort für die Kriegsproduktion ausgebaut, so dass gegen Ende des zweiten Weltkrieges jeder siebte deutsche Flugmotor aus Ludwigsfelde kam. Nach der Zerstörung des Werks und Abbau der Anlagen als Reparation durch die sowjetischen Besatzer, wurde die Produkt ion erst Ende der 50er Jahre wieder aufgenommen. Wechselhafte Geschichte – Jahre des Umbruchs Mit dem Aufbau der Luftstreitkräfte der DDR bekam auch Ludwigsfelde wieder Auftrieb und wurde ab 1971 als Volkseigener Betrieb (VEB) Instandsetzungswerk, im Rahmen des Kombinats Spezialtechnik Dresden weitergeführt. Mit dem Ende der DDR drohte nun aber auch dem Werk in Ludwigsfelde das Ende. Um einer möglichen Veräußerung an unsichere Investoren vorzubeugen, verstärkt durch die Streikandrohung der Belegschaft, konnte mit der Gründung der Luftfahrttechnik GmbH Ludwigsfelde (LTL) zumindest ein kurzfristiges Fortbestehen des Standortes gesichert werden. Die Bewerber für die Übernahme der LTL standen in den darauffolgenden Monaten Schlange. Ein zähes Ringen zwischen BMW/Rolls-Royce und MTU hatte begonnen. Schließlich erhielt MTU im Jahr 1991 den Zuschlag für den Standort gleichbedeutend mit der Erhaltung von 350 Arbeitsplätzen. Das Unternehmen aus Süddeutschland war zu der Zeit das erste große Luftfahrtunternehmen aus den alten Bundesländern, das sich in Brandenburg ansiedelte. Wie die Geschichte zeigt, wurde der Pioniergeist belohnt. Die ersten Jahre waren wechselhaft, so drohte 1995 eine Standortschließung im Rahmen eines Sparprogramms des damaligen Eigentümers Deutsche Aerospace Aktiengesellschaft (DASA), Teil des Daimler- Konzerns. Diese konnte unter Mithilfe des Landes Brandenburg und durch Investitionen in eine neue Sparte, der Instandhaltung von Industriegasturbinen, abgewandt werden. Es folgten Jahre des wirtschaftlichen Aufschwungs. Mehr als 200 Millionen Euro wurden bisher am Standort investiert. Aktuell zählt das Unternehmen mehr als 700 Beschäftigte. „Die Ansiedlung von MTU hier am Standort in Ludwigsfelde war für uns als Stadt, aber auch für das Land Brandenburg, eine Initialzündung.“ Andreas Igel Bürgermeister der Stadt Ludwigsfelde Mechaniker bei der Magnetpulverprüfung. Das Verfahren ermöglicht Bauteile zerstörungsfrei auf Materialfehler an der Oberfläche zu prüfen. Quelle: MTU Maintenance Berlin-Brandenburg Geschäftsführer André Sinanian vor dem Werk in Ludwigsfelde. High-Tech-Reparaturverfahren Einige Arbeitnehmer der Kernbelegschaft haben die wechselvolle Geschichte des Standortes hautnah miterlebt - die Ungewissheit der Wendejahre, die instabile wirtschaftliche Lage Mitte der 1990er Jahre sowie die Konsolidierung und Aufschwungsphase, die bis in die heutige Zeit reicht. Durchläuft man den Shop in Ludwigsfelde (so werden die Reparaturflächen genannt, Anm. der Redaktion) sieht man eine heterogene Belegschaft, die offenkundig Spaß an ihrer Arbeit hat. Besonders beindruckend wirkt dabei der High-Speed Grinder, mit dem das präzise Schleifen, Entgraten und Messen von Turbinenschaufeln von Triebwerksrotoren und Gasturbinen möglich ist. Der Toleranzbereich liegt hier im Tausendstel-Millimeterbereich erzählt uns der zuständige Mechaniker. Aber auch die ausgefeilte Prüftechnik nach winzigen Rissen in einzelnen Bauteilen mit Hilfe eines fluoreszierenden Prüfmittels, lässt den Aufwand und die Perfektion, die hier betrieben wird, auch für Nicht- Ingenieure gut erkennbar werden. Den Abschluss des Rundgangs markiert der Bereich des Prüfstands, in dem die einzelnen Triebwerke getestet werden. Wichtige Parameter sind hier Schub, Temperatur und Schwingungen. Die Rechnung sei ganz einfach, verrät Alexander Robinson, der als Prüfstandsingenieur in Ludwigsfelde tätig ist. „Die Turbine muss den gewünschten Schub liefern, darf dabei nicht zu Quelle: MTU Maintenance Berlin-Brandenburg Quelle: MTU Maintenance Berlin-Brandenburg

okus Mai 2018 g e made in Brandenburg Quelle: MTU Maintenance Berlin-Brandenburg Quelle: MTU Maintenance Berlin-Brandenburg Im Teststand werden die Turbinen auf Herz und Nieren getestet. Befund 4.0: reale und virtuelle Welt sollen in der Instandsetzung verschmelzen. heiß werden und die Schwingungswerte dürfen die vorgegebenen Grenzwerte nicht übertreffen“. Breites Produktportfolio als Alleinstellungsmerkmal Der Erfolg des zweitgrößten MTU Maintenance- Standorts in Deutschland basiert auf seiner breiten Produktpalette. Insgesamt umfasst das Portfolio zehn Triebwerksprogramme des unteren und mittleren Schub- und Leistungsbereichs. Der Standort fungiert als Kompetenzzentrum für die aus der Luftfahrt abgeleiteten Industriegasturbinen von General Electric (GE), ist Spezialist in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika für Treibwerke von Pratt & Whitney Canada (PWC) sowie Kompetenzzentrum für die erfolgreiche Triebwerksfamilie CF34 von GE Aviation im Instandhaltungsportfolio. Der weltweit einzige Serienprüfstand für das TP400-D6, für den Militärtransporter A400M, ist einer der modernsten und leistungsfähigsten Wellenleistungsprüfstände der Luftfahrtindustrie. Kunden aus aller Welt Die Kundschaft der MTU Maintenance besteht aus über 250 aktiven Kunden aus über 30 Ländern aller Kontinente. Dazu zählen unter anderem Statoil, Chevron, ADAC, British Airways CityFlyer, Kenya Airways, und Aeromexico. Darüber hinaus werden noch fünf weitere kleine Standorte in Europa, Nord-und Südamerika, Asien und Australien aus Ludwigsfelde heraus unterhalten. Investition in die Zukunft Auf dem Rückweg von der Teststandhalle kann man eine abgesteckte Fläche bereits gut erkennen. „Hier entsteht unsere neue Logistikhalle. Wir werden westlich des bestehenden Betriebsgelände noch einmal erweitern und die Bestandsflächen neugestalten. Neben dem Wachstum im gegenwärtigen Portfolio, ist ein weiterer Grund dafür die Zulassungen von zwei weiteren Triebwerksmustern. Insgesamt werden in den nächsten beiden Jahren 30 Millionen Euro investiert. Quelle: MTU Maintenance Berlin-Brandenburg Wir erweitern nicht nur flächenmäßig, sondern stellen auch weiter ein. Die Anzahl der Beschäftigten soll in 2018 auf über 770 Beschäftigte ansteigen.“, so André Sinanian, der Geschäftsführer von MTU Maintenance Berlin Brandenburg. „Mit den geplanten Investitionen hier in Ludwigsfelde erweitern wir nicht nur unser Produktportfolio, sondern unterstreichen auch erneut unser Bekenntnis zum Standort Ludwigsfelde.“ André Sinanian Geschäftsführer MTU Maintenance Berlin Brandenburg Auch das Wissensmanagements soll gezielt ausgebaut werden verrät Sinanian. Mit dem Pilotprojekt „Befund 4.0“, das zusammen mit der TU Cottbus-Senftenberg entwickelt wird, sollen alle Daten zu einem bestimmten Bauteil in einem einzigen System zentral zusammengeführt werden. Die Projektarbeiten dazu laufen noch bis Juli 2019. Sollte die Technologie einsatzreif sein, wird die Zulassung vom Luftfahrtbundesamt eingeholt. Aktiv für die Umwelt Die Verantwortung für den Umweltschutz ist direkt beim Vorstand angesiedelt. MTU erfüllt alle internationalen Umweltstandards und ist nach ISO 14001 zertifiziert. Mit dem Forschungsprojekt Clean Air Engine (CLEAR) investiert man umfassend in die Erforschung und Entwicklung von sparsameren, saubereren und leiseren Antriebsprodukten. Darüber hinaus werden durch die selbst entwickelten und innovativen Reparaturverfahren bei der Instandsetzung immer wieder weltweit einmalige Reparaturtiefen erreicht, wodurch Material und Ressourcen geschont werden können. Das Motto dabei lautet: „Reparieren statt Ersetzen“.

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